Lepenatka. Wie man zur Attraktion der Dorfkneipe wird.

 

 

Let’s go Karawanken und Sanntaler Alpen, hieß es, als wir nach einem Bummel durch Ljublijana über den Podlom-Pass aus Kamnik kommend in Gornji Grad ankamen. Ein Dorf, wo abends der Kirchenchor im alten Benediktiner Kloster probt und die Dorfmänner in der urigen Gaststätte ihren Čviček trinken. Diese Region ist informationstechnisch suboptimal beschrieben, so dass wir uns zu der trinkenden Gemeinschaft gesellten und slowenische Geburtstagslieder singen lernten. Uns wurde mit allen möglichen Mitteln der Weg zur Lepenatka erklärt, wobei die Teksas Bar im Nachbardorf Nova Štifta unser Startpunkt werden sollte. Am nächsten Morgen standen wir also um 8 Uhr vor der Bar um uns einen frischen Kaffee zu holen und reihten uns hinter die ersten Kollegen ein, die ihr Frühstücksbier an der Bar bestellten. Man darf hier auch gerne parken und auch auf den umliegenden Wiesen landen, wenn man vorher nett danach fragt.

Von da aus startet man Richtung Sägewerk und folgt einem mäßig markiertem Weg Richtung Sv. Lenart. Der Weg ist in der Regel mittels gelber Markierungen an Bäumen gekennzeichnet, gefühlt müsste jedoch jede Abzweigung zur Lepenatka oder zum dahinter liegenden Veliki Rogatec führen. Hin und wieder passiert man Bauernhöfe und sogar einen kleinen Skilift, panoramatechnisch sieht man beim Aufstieg jedoch durch den umliegenden dichten Wald recht wenig. Erst 200 Meter unterhalb des Wiesengipfels eröffnet sich einem der Rundumblick. Lepenatka befindet sich nördlich der hügeligen Menina Planina, die ein vorälpisches Karstplateau der Kamniker-Savinjer Alpen ist. Im Westen hat man einen Ausblick zur Velika Planina, wo man u.a. mit Gondelunterstützung zu gut frequentierten Startplätzen für Gleitschirmflieger kommt. Im Nordwesten hingegen erkennt man die Spitze der Ojstrica. Streift der Blick Richtung Osten sieht man auf den Hauptkamm der Karawanken und kann ein weiteres Fluggebiet namens Golte nur erahnen, da der Veliki Rogatec den Blick versperrt.

Die Wetterlage Ende Mai war weiterhin sehr labil und wir standen am Gipfel (1425 amsl) bereits an bzw. teilweise in der Wolkenbasis. Also zögerten wir nicht lange und machten uns startbereit, um bös-nasse Überraschungen in der Luft zu vermeiden. Wir hatten leichten Hangaufwind aus Südost, wobei man hier tatsächlich 360 Grad Startmöglichkeiten hätte. D.h. wenn man alternativ aus Luče aufsteigt, kann man bei entsprechendem Wind auch Richtung Norden abfliegen. Man sieht vom SP nicht in das Dretatal ein und sollte bei kräftigem Ostwind etwas auf die Fluglinie achten. Auch ohne Thermik reicht der Gleitweg jedoch alle mal um mit rund 200 Metern über Grund ins Tal zu kommen. Im Notfall gibt es in der Hochebene einige Landemöglichkeiten.

Nach einer butterweichen Landung bei der Teksas Bar mit leichtem Ost warteten die Frühstücksbierkollegen bereits auf der Terrasse, so dass wir umgehend zu frischen Kirschen und wohlverdienten Mittagsbier eingeladen wurden. Auch hier funktionierte die Verständigung mit Händen und Füßen, teils Deutsch, Englisch oder Polnisch, einwandfrei und wir sind mit einem Lächeln im Gesicht weiter Richtung Westen gezogen. Lepenatka eignet sich übrigen auch ideal für Winter-Hike & Fly oder Ski & Fly!


Informationen.


NameLepenatka
GruppeMenina Planina
RegionKamniker-Savinjer Alpen
StartrichtungenS, SO
TalortNova Štifta
GPS (Berg)46.310107, 14.740561
GPS (Tal)46.275769, 14.761562
Höhe Startplatz [amsl]1404
Höhenunterschied [m]885
AufstiegsvariantenSchlecht ausgeschilderter Weg. OSM Karten sind ebenfalls nicht gut. Am besten Richtung Veliki Vrh dirigieren.
StartplatzWiesenstartplatz unproblematisch
FlughinweiseLanger Flug bis zum Tal, der mit normalen Schirm kein Problem ist.
LandeplatzSehr große Wiese direkt an der Teksas-Bar (Parkplatz)
Talwind am LandeplatzÖstlich (wenig)


Bildergalerie.



Kartenmaterial zum Nachhiken.