Flug buchen und los. If you can’t do anything about it, so why worry?

 

Reiseorganisation

Grundsätzlich habe ich meine Reise in vier Etappen geteilt: Meru (zur Akklimatisierung), Kilimanjaro (yeah, 1/7), Safari (Clichée) und Zanzibar (um zur Abwechselung mal eine ruhige Kugel schieben). Dabei war ich 24 Tage unterwegs und habe alles selbst organisiert/gebucht. Der Flug ging über Amsterdam und beim Rückflug mit einem zusätzlichen Stopp in Namibia. Der Kostenpunkt bei einer Buchung ca. 6 Wochen vor Abflug lag bei etwa 700 Euro. Um auf europäische Mittelsmänner zu verzichten, habe ich auch vorab mehrere Angebote von lokalen Trekkingunternehmen eingeholt. D.h. ich habe für zwei Personen eine Reiseführung für Mt. Meru, Mt. Kilimanjaro mit Umbwe Route und Übernachtung im Krater (muss i. d. R. angefragt werden) und für eine Safari (4 Nationalparks) angefragt. Bei der Auswahl habe ich mich an KIATO orientiert. Das ist die Kilimanjaro Association of Tour Opertors, die lokal einen nachhaltigen Tourismus gewährleistet und das in Form von Mindestlohn und Versicherung für Crewmitglieder, aktiven Naturschutz und einer Ausbildung von Guides.

Ich war am Ende mit den Kili Climbers & Safari Ltd. unterwegs, die in Moshi ein kleines Einmann-Büro haben, das von Jasper geleitet wurde (Stand 2013). Wir haben mit dem Unternehmen alles vom Flughafentransfer über Übernachtungen zwischen den einzelnen Etappen (Meru, Kili, Safari) bis zur kompletten Betreuung/Verpflegung unterwegs organisiert und wider Erwarten lief bei der Organisation bis auf eine Kleinigkeit alles wie am Schnürchen. Die Besteigung vom Mt. Meru kostet insgesamt etwa 580 $/Person, der Kilimanjaro mit dem Special „Umbwe-Route + Übernachtung im Krater“ (das ist auch für die Guides sehr anspruchsvoll und kostet nochmal eine Extra-Genehmigung beim Amt) ca. 1100 $/Person und Safari kostet i.d.R. 150 $/Tag (Übernachtung in einfachen Lodges außerhalb der NP bzw. auf dem Zeltplatz im Serengeti NP). Die Betreuung war wirklich super und unser Team grundsätzlich eine coole Truppe. Das einzig ärgerliche ist, dass die Crew am Abend vor dem Gipfelsturm auf einen zukommt und über „Trinkgeld“ sprechen möchte. Das widersprach unserer Definition von wann gebe ich wie viel Trinkgeld. Aber als wir klargestellt haben, dass wir das nicht in der Form und kurz vor dem Gipfel Finanzielles diskutieren werden und uns nicht unter Druck setzen lassen wollen, wurde das auch ohne weiteres akzeptiert. Man sollte sich da auch nicht unter Druck setzen lassen, weil sich so etwas dann auch gerne mal als übliche Vorgehensweise etabliert und da sich vermutlich 90 % der Mzungus da auch unter Druck setzen lassen. Es gibt zwar Richtlinien von irgendwelchen Organisationen (z.B. dem DAV Summit Club), wie viel Trinkgeld scheinbar angemessen ist, wir aber hielten nicht viel davon. Das ist nicht zielführend, denn in der Regel sollte man sowas selbst und in eigenem Ermessen entscheiden.

Für weitere Infos empfehle ich ansonsten den Lonely Planet Trekking Guide to East Africa und im Allgemeinen den Lonely Planet Guide to East Africa bzw. lasst euch einfach überraschen. Afrika ist nicht so weit hinter dem Mond, wie manch einer in Europa glauben mag oder es einem gerne Mal suggeriert wird. Zumindest in Tansania ist die Infrastruktur und der Tourismus gut ausgebaut, jedoch einfach etwas anders organisiert, als wir es in Europa gewohnt sind. Ein einziger Rat zum Schluss: lernt ein wenig Swahili. Das hilft ungemein.

Gesundheit

Impfen muss sein und bitte informiert euch rechtzeitig vor der Reise, welche Reiseimpfungen vom Auswärtigen Amt aktuell empfohlen werden. Eine Impfung gegen Gelbfieber, Hepatitis A/B, Tetanus, Diphterie, Poliomyelitis und Tollwut habe ich mir reinknallen lassen. Bei Einreise in Tansania muss man die Gelbfieberimpfung nachweisen und für eine Tetanusimpfung musste ich lange suchen – ausverkauft! Daher hier rechtzeitig informieren. Hier ist die richtige Krankenkasse auch von Vorteil, da nur wenige die Kosten für Reiseimpfungen übernehmen. Zusätzlich zu den Impfungen habe ich mir Doxycyclin als Malariaprophylaxe privat verschreiben lassen – lasst die Finger von Lariam, Malarone und anderem Pharmakot. Dank der guten alten deutschen Pharma-Lobby ist in Deutschland Doxycyclin nicht als Malaria-Prophylaxe zugelassen – im Gegensatz zum Rest der Welt! Ein anständiger Reisemediziner, der tatsächlich selbst mal auf Reisen war, wird euch das Doxy jedoch ohne große Diskussion verschreiben. Für Insektenschutz allgemein sollte man auf DEET-haltige Mittel zurückgreifen, da übliche Mückensprays wenig effektiv sind, z.B. Careplus.

Ausdauer

Die Sportlichkeit ist so eine Sache. Ich würde sagen, dass ein Marathonläufer nicht zwangsläufig eine Gipfelgarantie hat. Man muss jedoch darauf vorbereitet sein bis zu 8 Stunden täglich mit ein paar Kilo auf dem Rücken zu gehen. Man geht nicht schnell, aber man ist lang auf den Füßen bzw. je höher man kommt, desto länger fühlt sich jeder Meter an. Man kann sich eine Resistenz gegen die Höhenkrankheit auch nicht in Form von Stamina antrainieren. Es kann sein, dass ein Ausdauersportler bereits bei 4000 amsl umkehren muss, während der gelegentliche Nordic Walker ohne Probleme auf knapp 6000 amsl spaziert. Die einzige Möglichkeit sich auf die Höhe vorzubereiten ist eine anständige Akklimatisierung. D.h. man wählt eine lange und langsame Route oder besteigt vorher z.B. den Mt. Meru. Der Körper reagiert auf die Höhenexposition mit Erhöhung der Konzentration von roten Blutkörperchen im Blut. Das darin enthaltene Hämoglobin ist für den Sauerstofftransport zuständig. Dieser Effekt tritt jedoch erst nach längerem Aufenthalt in relevanten Höhenlagen (frühestens 5-7 Tage) auf und variiert von Körper zu Körper.

Was man jedoch können muss ist Leiden. Wer sich selbst nicht an seine Grenzen bringen kann, der sollte lieber unten bleiben.