Sarangkot. Toripani. Madredunga.

 

 

Wer allgemein etwas zum Fliegen in und um Pokhara wissen will, d.h. Flugpermits, Luftraumregelung etc. liest am besten im ersten Bericht zum Sarangkot oder eben in den allgemeinen Flughinweisen nach.

Nach unserem ersten Flugtag in Pokhara waren wir ziemlich geflashed und von der Fliegerei gehyped. Man kann da ohne viel Mühe stundenlang rumkrebsen und sieht sich an der Landschaft nicht satt. Ausgeruht wollten wir am nächsten Tag nicht unbedingt zu neuen Gefilden, aber doch zu Fuß aufbrechen, also nahmen wir die zwei weiteren Startplätze auf der Ridge ins Visier: Toripani und Madredunga.

Im ersten Streich lernten wir, genau an dem Tag, unseren buddhistischen Taxifahrer kennen (jeder Taxifahrer wird euch seine Nummer zustecken und bei Bedarf holt er euch gerne ab/bringt euch überall hin etc.). Sobald am Rückspiegel eine Khata (buddhistischer Schal, den man zur Begrüßung/Abschied geschenkt bekommt) oder irgendwelche Bommel in den Felgen hängen = normale Taxipreise. Dieser fuhr uns für 150 NRP (oder 200 NRP?) zum hinteren Landeplatz, denn von dort wollten wir unseren Hike & Fly starten.

Im letzten Kiosk deckten wir uns mit Trinkwasser ein und folgten dem Straßenverlauf Richtung LP bis rechts eine Treppe Richtung nach oben abging. Wer Schilder oder sonstiges erwartet, sucht hier vergeblich. Wir haben uns ausschließlich mittels GPS zum Ziel navigiert. Der Weg wechselt zwischen betonierten Treppen, Feldweg, Straße, zwischen Häusern, hinter Häusern, durch den Wald und letztendlich über eine perfekt asphaltiertes Straßenstück (wiesooo gerade an der Stelle bleibt ein Rätsel) bis hin zum Startplatz Toripani. Unterwegs erhascht man immer wieder Blick auf den See, das Land und Leben der Leute, wird von Büffeln (= Aggro-Kühen) verfolgt und von Kindern belagert (Gimme sweets!). Und vor Affen sollte man sich auch in Acht nehmen…

Toripani: hier ist auf Grund der noch recht tolerablen Straßenanbindung noch minimal was los. Zumindest konnten wir beim Aufstieg einige Doppelsitzer von hier starten sehen. Als wir ankamen, waren jedoch keine Flieger in Sicht. Alles tummelte sich zu Hauf über Sarangkot. Der Startplatz ist weniger gepflegt, aber dennoch sehr gut zum Starten & Top-Landen geeignet. Man erreicht im Gleitflug den NW-Landeplatz (gemäß Luftraumgliederung der „legale“ Landeplatz) problemlos. Der Landeplatz Waterfront ist in der Regel auch bei normalen Windbedingungen erreichbar. Was die Fliegerei betrifft am besten im Bericht zum Sarangkot nachlesen.

Für uns ging es jedoch noch weiter Richtung Madredunga. Laut GPS geht der Weg direkt oberhalb vom Startplatz Toripani die Ridge entlang. Wir waren jedoch mit dichtem Buschwerk konfrontiert und nicht ganz sicher, ob eine Dschungelwanderung eine gute Idee ist. Falls wir jedoch über das Straßennetz Richtung Madredunga gehen wollten, hätte wir wieder auf zwei Drittel Hanghöhe absteigen müssen…also nichts wie ab ins Abenteuer.

Die ersten hundert Meter waren schon etwas abenteuerlich, aber nach und nach war immer mehr ein Wanderweg erkennbar. Wir passierten sogar ein Schild, das uns sagt wir seien auf dem „New Trekkin Trail…Way from Kaskikot <- Panimuni“. Naja… Nach ca. einem Kilometer endete der Trail jedoch und wir befanden uns auf einem breiteren Wirtschaftsweg, der ca. 100 Höhenmeter unterhalb des Grats die Ridge entlang führte. So liefen wir vor uns her und erwarteten irgendwann auf den Startplatz zu treffen. Dem war nicht so. Wir hatte nur recht ungenaue GPS-Angaben und checkten unsere Position mit Hilfe Google Satellite. Und gefunden haben wir erstmal nix. Nach einem Hin und Her jedoch entschieden wir uns einfach direkt zum Grat aufzusteigen und siehe da, es könnte ein Startplatz sein.

Der Startplatz Madredunga wird wohl eher selten benutzt und somit ist die Flora am gedeihen. Es lässt sich jedoch problemlos ein Schirm auslegen, man hat beim Start keine Hindernisse im Weg und die Neigung eignet sich ideal für Vorwärts sowie Rückwärtsstarts. Wir hatten eigentlich nur einen leichten Hangaufwind, aber es katapultierte einen beim Start direkt über Grat. Über Grat war lokal noch ein Zeitl Steigen, aber ansonsten waren die Bedingungen eher mau. Durch den Versuch Höhe zu machen, waren wir dann doch etwas tief beim Anflug auf den Waterfront Landeplatz. Wir wollten nicht beim hinteren LP landen, da der Weg dann zu Fuß schon recht weit gewesen wäre. Zum Waterfront LP reichte es jedoch auch nicht mehr, also steuerten wir unterwegs einen der wenigen grünen Streifen an. Hier war durch den vorgelagerten Hügel die Luft leicht leeig, aber Landen dennoch ohne weitere Umstände möglich. Wie sich herausstellte, landen hier auch die ortsansässigen Acro-Piloten, denn der damalige Weltmeister landete direkt nach uns.

Fazit: der Mehrwert der Startplätze Toripani oder Madredunga anzusteuern, liegt definitiv bei der geringen Frequentierung. Hier hat man seine Ruhe und an guten thermischen Tagen kommt man genauso weit, wie vom Sarangkot.


Informationen.


NameToripani + Madredunga
GruppeHimalaya
RegionNepal
StartrichtungenSO, S, SW
TalortPokhara
GPS (Berg)Toripani: 28.259730, 83.934960
Madredunga: 28.26982, 83.92032
GPS (Tal)28.221289, 83.950494
Höhe Startplatz [amsl]Toripani: 1650 m
Madredunga: 1740 m
Höhenunterschied [m]851 -941
AufstiegsvarianteEs gibt keine vorgegebenen Wege...einfach dem GPS nach oder sich von Haus zu Haus fragen.
StartplatzToripani: erdiger Startplatz für mehrere Gleitschirme
Madredunga: leicht verwachsene Wiese
FlughinweiseEs gibt offiziell keine Möglichkeit XC zu fliegen (Luftraumregelung).
LandeplatzOffiziell: NW-LP, inoffiziell: Waterfront oder in der Stadt
Talwind am LandeplatzSO


Bildergalerie.



Kartenmaterial zum Nachhiken.