Tanzbödeli. Dancegroundli.

 

 

Nachdem wir wegen Krankheit und wechselhaftem Regenschauerwetter mit dem Fliegen aussetzen mussten, brannten uns die Sohlen wieder. Traurig verließen wir Ivy und das Simmental, um Richtung Lauterbrunnen zu fahren. Oida, ist da viel los, das haben wir echt nicht erwartet. Aber naja, da waren wir nun schon da und so parkten wir am Ende des Tal in Stechelberg für 1 Fr./Stunde.

Vom Parkplatz geht es Richtung Antibächli, als Nebenarm der Weißen Lütschine, und dann im Sefinental steil den Berg hinauf. Wie soll es denn auch sein im Lauterbrunnen-Tal, dem Tal der Base-Jumper und 72 Wasserfällen. Der Weg ist nett angelegt und man kommt auch an ein zwei spritzigen Wasserfällen vorbei. Nach ca. 45 Minuten erreicht man ein Plateau von dem sich einem der Ausblick auf den Tschingelgrat, das Gspaltenhorn bis hin zum Schilthorn. Mit zunehmender Uhrzeit verdeckten einige Wolken das Panorama, was sich jedoch bis zum Mittag hin wieder lichtete.

Auf ca. 1250 amsl quert man die Lütschine auf die Südseite und folgt nun einem recht steilen Pfad durch den Wald, der ab ca. 1600 amsl freien Blick zu den imposanten Gletscher unterhalb der Jungfrau, des Gletscherhorns und mit zunehmender Höhe auch auf das Bietenhorn eröffnet. Das letzte Stück des Weges endet in leichter Kletterei, hier muss man die Augen nach der richtigen Linie offen halten. Dann erklimmt man jedoch das Dancegroundli auf ca. 2100 amsl. Ein recht flaches Plateau mit 360 Grad Panorama. Der Ausblick zu den Gletschern und dem Schamdrichbachfall ist gigantisch und man könnte stundenlang sitzen bleiben und genießen.

Wir hatten jedoch einen Auftrag und standen anstelle von vorhergesagten 10 km/h NO bei Nullwind auf dem Wiesenplateau. In alle Richtungen ist dieses zwar leicht abfallend, aber bei Nullwind wird man das Gefühl eines Klippenstarts nicht los. Richtung W bis N hat mein ein leichtes Gefälle, so dass man ausreichend Platz für Startabbrüche hat ohne in Klippengefahr zu geraten. Auf Süd kann man problemlos in eine mäßig steile Wiese starten, muss dann jedoch ums Eck zurück ins Lauterbrunnen-Tal fliegen (möglichen Talwind beachten).

Für uns blies dann doch hin und wieder ein leichter nördlicher Wind und wir konnte nach zwei Versuchen problemlos ins die Luft gehen. Die Klippe selbst ist am Ende nur eine Frage des Kopfs…

Trotz Bewölkung war die Thermik nur schwach und furzig, so dass wir nach einem Aufdrehversuch überm Gimmelwald unterhalb des Schilthorns doch auf die Nordseite des Schwarzmönchs geflogen sind. Direkt bei den Wasserfällen geht es knackig nach oben, so dass man an der senkrechten Wand noch etwas spielen kann.

Man hat in Stechelberg zwar ausreichend Wiesen, jedoch wollten wir keinen der mähenden Bauern verärgern, so dass wir am offiziellen Landeplatz bei der Mürren-Bahn gelandet sind. Hier muss auf die Seilbahn geachtet werden und ein „langer“ Anflug ist nicht möglich. Höhe am besten nördlich abbauen und mit einem kurzen Endanflug kalkulieren. Der Talwind kommt aus Nord, ist im Lauterbrunnen-Tal jedoch nur mäßig ausgeprägt (in Grindelwald dagegen kachelt es an guten Tagen ordentlich…).

Fazit: Für erfahrende Hike & Flyer ist der Startplatz traumhaft, für Anfänger nur bei mäßigem Wind empfehlenswert.  Die Aussichten sind bombastisch und ich könnte mir vorstellen, dass das alles als Abendflug noch um einiges schöner werden kann. Wenn die tiefe Sonne aus West auf die Gletscher fällt, ist das Farbenspiel mit Sicherheit einmalig. Ein Streckenflug vom Tanzbödeli ist nur unter Beachtung der Abmachungen mit dem Flugplatz Lauterbrunnen möglich. Im Sommer ist die Air Glacier sehr aktiv, also auf Flugverkehr achten. Es tümmeln sich auch bekanntlich einige Basejumper umher, hier gilt für Gleitschirmfliegen Vorflugrecht, wobei man bitte nicht versuchen sollte darauf zu bestehen…


Informationen.


NameTanzbödeli
GruppeLauterbrunnental
RegionBerner Oberland
StartrichtungenN, S
TalortStechelberg (Lauterbrunnental)
GPS (Berg)46.527111, 7.887866
GPS (Tal)46.556009, 7.902247
Höhe Startplatz [amsl]2130
Höhenunterschied [m]1150
AufstiegsvarianteGut ausgeschilderter und ausgetretender Wanderweg. Mäßige Steilheit.
StartplatzEbene Wiese. Nordstart mit kleiner Wiesen-Klippe. Südstart problemlos. Alle Ostrichtungen direkt vom Gipfel nicht zu empfehlen (Klippenstart)
FlughinweiseKeine besonderen Flughinweise
LandeplatzOffizieller Landeplatz an der Schilthornbahn.
Talwind am LandeplatzMit leichtem bis mäßiger Nordwind muss gerechnet werden


Bildergalerie.



Kartenmaterial zum Nachhiken.