Indian Summer.

 

 
Um den Gleitschirm vor unserem Abflug nach Nepal doch nochmal ausgepackt zu haben, ging es im kitschig schönen Indian Summer zum Plansee. Von dort visierten wir den Schellkopf an.

Das erste Stück des Wegs führt die Promenade des Plansees Richtung Naidernachtal entlang. Die Herbststimmung war schon ziemlich klebrig vor Kitsch, da die Bäume in allen Farben leuchteten, während der Plansee in sämtlichen Blautönen schimmerte. Beim Seewinkl biegt man in die Naidernach ein und bewegt sich auf einer ausgebauten Forststraße Richtung Griesen. Nach etwa einem halben Kilometer muss man zwei Serpentinen und etwa 100 Höhenmeter zum Schellbach hinabsteigen. Dort haben wir uns auf die Suche nach dem Weg gemacht.

Lange Rede kurzer Sinn: geht über die Brücke, haltet euch auf der rechten Uferseite und geht flussaufwärts. Je nach Wasserstand muss man sich auf der linken Uferseite orientieren und den Fluss queren. Nach etwa 100 Metern muss man ein klein wenig klettern, da der Fluss wohl den Einstieg weggespült hat. Ist man erstmal im Wald wird die Wegfindung nicht unbedingt leichter.

Wir folgten eher einem Gefühl von Weg als einer gesicherten Spur. Es geht in steilen Serpentinen im Wald hoch. Man sollte sich auf jeden Fall immer leicht östlich halten bis man in den steilen Kothgraben runterschaut. Von dort ist der Weg noch schemenhafter bis man mit ein wenig Glück und ausreichend Aufmerksamkeit die Wurzerriß-Diensthütte im Wald erspäht. Nach einer kurzen Rast muss man Richtung Norden weiter und im s.g. Jägerbrunnen eine leicht moorige Passage queren.

Ab da war der Weg nicht mehr real existent und wir folgten den durch Weidevieh freigetrampelten Löchern zwischen den Latschen. Mit etwas Nadeln im Nacken erreichten wir dann die Ausläufer des Gipfels und standen endlich am Schellkopf. Die Aussicht ist gigantisch, die Startmöglichkeit weniger. Also stiegen wir ein Stück Richtung Osten ab und hatten eine riesige Wiese zum Auslegen vor uns.

Der Wind war sehr schwach, aber kam zumindest von vorne. Beim Aufstieg hatten wir bereits eine Notlandewiese in der Naidernach ausgespäht, falls es doch nicht bis zum Plansee reichen sollte. Aber hangnah geflogen, kommt man ohne Probleme über das vorgelagerte Buckele und hat über dem Plansee noch eine sehr schöne Höhe. Wir hatten jedoch auch so gut wie keinen Talwind, der u. U. von Heiterwang/Ammergau reinzieht. Die Landung hinter dem Campingplatz ist hindernisfrei möglich.

Fazit. im Herbst sind die Ammerwälder wunderschön und der Plansee ein herrlicher Anblick. Auf dem Schellkopf steht man mit dem Gleitschirm mit Sicherheit allein und hat den Berg für sich.


Informationen.


NameSchellkopf
GruppeKreuzspitzgruppe
RegionAmmergauer Alpen
StartrichtungenS, SO
TalortPlansee Campingplatz
GPS (Berg)47.497625, 10.890949
GPS (Tal)47.488594, 10.842920
Höhe Startplatz [amsl]1817
Höhenunterschied [m]924
Aufstiegsvarianten1. Aufstieg über die SW-Flanke und Wurzerriß-Dienst ist nur bedingt zu empfehlen, da der Weg kaum noch existiert.
2. Man kann auch Griesen starten und einen stärker frequentierten Weg über den Hohen Brand nehmen. Vom Brandjoch lässt es sich auch mit dem GS starten!
StartplatzDirekt vom Gipfel schwierig, jedoch ist die Wiese östlich des Schellkopfs ideal zum Starten (relativ flach)
FlughinweiseTagsüber kann es in den Sommermonaten zu stärkeren Talwinden kommen. Konvergenzzone über dem See.
LandeplatzGroßzügige Wiese hinter dem Campingplatz
Talwind am LandeplatzSO


Bildergalerie.



Kartenmaterial zum Nachhiken.