Chi semina vento raccoglie tempesta.

 

 
Am langen Wochenende im Mai hatten wir eigentlich in den Nordalpen das bessere Flugwetter. Da wir jedoch wieder Olivenöl, Ponti und Wein kaufen mussten, wollten wir trotzdem wegfahren. Außerdem ist es im Süden mindestens 10 Grad wärmer. Also ging es am Mittwoch auf Nacht über die Dolomiten Richtung warmen Süden mit dem Ziel: Revine Lago.

Als wir uns mit Revine Lago beschäftigten, suchten wir eigentlich ein zu Bassano vergleichbares Fluggebiet. Es sollte jedoch ein wenig einsamer und mit etwas mehr See ausgestattet sein. Revine Lago sollte sozusagen der Badeort für italienische Familien mit Campingausstattung sein. Das hat uns gefallen, also machten wir uns auf die Suche nach einem Stellplatz. Nach laaanger nächtlicher Suche fanden wir uns auf dem Parkplatz des Museumsdorfes Parco Archeologico Didattico del Livelet wieder und übernachteten dort.

In Italien ist das Wildcampen insbesondere in Naturschutzgebieten verboten und die Strafen sind nicht ohne. Wenn man auf öffentlichen Parkplätzen in Gemeindegebieten übernachtet, muss man sich eigentlich eine offizielle Erlaubnis einholen. Solange man jedoch nicht Campingtisch, Vorzelt und den Kohlegrill anschmeißt, wird man weitgehend in Frieden gelassen. Am nächsten Morgen ging es mit Brioche und Caffé am Kirchplatz von Revine Lago los. Wir machten uns von dort aus an den Aufstieg zum Startplatz. Der Weg ist verwachsen, steil und aufgrund von umgekippten Bäumen sehr anstrengend. Wie wir später erfahren haben, ist da wohl irgendwann mal ein Wirbelsturm durchgefegt. Wir empfehlen entweder eine handliche Kettensäge, große Dschungelmachete oder ein GPS-Gerät um den Weg nach einem Ausweichmanöver wieder zu finden. Es gibt jedoch eine Aufstiegsalternative über eine Schotterstraße, die wir das nächste Mal wohl vorziehen werden.

Zum Startplatz braucht man nicht viel sagen. Er ist unproblematisch und von einem Verein gut gepflegt. In unserem Fall gab es eine geschlossene Wolkendecke die nur knapp über den Startplatz lag. Wir beschlossen also direkt zu starten und landeten auf dem falschen Landeplatz direkt am Museum. Die Landung war sehr thermisch und mit mäßigen Ostwind durchsetzt. Am Landeplatz wartete bereit ein italienischer Fluglehrer und fragte nur: „Ihr habt euch nicht zufällig vorab bei der Flugschule über das Fluggebiet erkundigt?“ – „Nö.“ Danach weihte er uns in die Eigenheiten des Fluggebietes ein. Der inoffizielle Landeplatz ist z.B. nur für die Schulung vorgesehen und wird auch nur nachmittags genutzt. Aufgrund des vorgelagerten flachen Bergkammes entsteht ein Talwind der das Landen am Vormittag unangenehm macht. Er erzählte uns auch, dass Revine eher ein Fluggebiet für den Nachmittag ist. Man könnte wohl an Tagen mit hoher Basis morgens um 9 Uhr Starten und Streckenflüge Richtung Bassano starten. An diesem Tag jedoch, genauso wie für die kommenden Tage, sollte die Basis zu tief im Tal hängen, als dass das sinnvoll wäre. Mit dieser Information packten wir unsere Schirme im Windschatten einer Bretterhütte und kehrten zum Auto zurück. Eine schöne Stelle zum Schwimmen haben wir leider nicht gefunden. Der See ist sehr verwachsen und lädt irgendwie nicht wirklich zum Baden ein. Vielleicht war es auch nicht der richtige Tag dafür bzw. sind die Badestrände von den Campingplätzen zugänglich.

Für uns ging es dann doch weiter nach Bassano, da dort noch einigermaßen fliegbare Bedingungen herrschen sollten. Aber auch da holte uns einen Tag zu früh das Gewitter ein und wir mussten die Zelte abbrechen. Aber dazu gibt es einen anderen Bericht.

Alles im allem ein ganz cooles Erlebnis. Der Startplatz ist riesig und zum Landen findet man zumindest in Revine auch ausreichend Möglichkeiten.


Informationen.


NameCima Fava
GruppeGruppo del Visentin
RegionBelluneser Voralpen
StartrichtungenSW, S, SO
TalortRevine Lago
GPS (Berg)46.002424, 12.207927
GPS (Tal)45.977848, 12.207361
Höhe Startplatz [amsl]1100
Höhenunterschied [m]875
Aufstiegsvarianten1. Direkter und stark verwachsener Aufstieg
2. Schotterstraße bis zum Startplatz
StartplatzWiesenstartplatz mit moderater Steigung
FlughinweiseOffiziellen Landeplatz benutzen (Siehe GPS). Vormittags hochreichende Talwind aus Ost möglich.
Landeplatz1. Weiterer Startplatz weiter südwestlich (GPS)
2. Startplatz westlich vom See – nur nach Genehmigung der ortsansässigen Flugschule
Talwind am LandeplatzVormittags starker Talwind aus Osten. Abgesehen von Streckenüberflügen, wird hier nachmittags geflogen.


Bildergalerie.



Kartenmaterial zum Nachhiken.