Rauflihore. Kaltfrontsoaren ist irgendwie unangenehm.

 

 

Uns stand nur ein (früher) Vormittag vor einer Kaltfront aus Südwest zur Verfügung, also machten wir uns auf ins Färmeltal, das keine Viertelstunde von Zweisimmen entfernt ist. Man fährt Richtung Lenk uns biegt bei Matten ostwärts ins kleine Tal ein. Man umrundet somit die imposante Spillgerte, die im Winter ein beliebtes Skitourenziel der Einheimischen ist. Kletterer findet hier auch einige schöne Mehrseillängen.

Es gibt zwei Wege aufs Rauflihore. Der erstere geht südwestlich von Büel aus, wobei es hier mit Parkplätzen schwierig ist. Die Landewiesen hingegen sind gut und der Weg kürzer. Am Ende des Färmeltals gibt es einen großen Wanderparkplatz, von wo man südöstlich auf das Rauflihore steigt. Der Weg ist etwas länger, da man auf halber Hanghöhe den Hang komplett queren muss. Die Aussicht hingegen entschädigt für die verlängerte Wegführung. Am Grimmifurggi (zwischen Rothore und Rauflihore) treffen beide Wege aufeinander.

Wir hatten es etwas eilig. Und mit Live-Regenradar und Augen Richtung Gstaad gerichtet, hasteten wir den Grashang hinauf. Man kann buchstäblich überall starten. Ca. 100 Höhenmeter unterhalb des Gipfels mussten wir die Reißleine ziehen, denn nach weiteren 10 Minuten Zeit sah es am Himmel nicht aus. Schnell-Start-Vorbereitungen und wir waren in der Luft. Sowohl die Wolken zogen hoch hinauf als auch die leichte SW-Brise ließ die Schirme soaren. Während Alex noch unbedingt zum Gipfel aufsparen wollte, war mir ein schneller Abstieg lieber.

Im Tal selbst hat der Wind schon böig zugenommen, die Luft wollte einen nicht landen lassen und mit viel Mühe landeten wir in den oberen eher unebenen Wiesen. Weiter westlich im Tal gibt es weitaus schönere Wiesen, jedoch war in diese Flugrichtung nur Steigen anstelle von Sinken zu vermerken.

Ich schaffte es noch meinen Schirm zu packen. Alex hingegen konnte seinen nur noch im Rucksack verstauen und wir stapften im Nieselregen zum Auto. Auf der Straße talabwärts trafen wir dann die Regenfront und freuten uns über das gute/geglückte Timing.

Fazit: das Rauflihore ist ein super Berg zum Spielen. An den richtigen Tagen kann man hier thermisch Soaren, Top-Landen und Trainingsflüge absolvieren (sofern keine Kaltfront kommt…). Ansonsten kann man von hier aus mit Sicherheit auch guten Anschluss für Streckenflüge finden. Richtung Norden gibt es Wildschutzgebiete, die mit 300 über GND zu überfliegen sind. Im Westen befindet sich der Flugplatz St. Stephan und weiter nördlich der Flugplatz von Zweisimmen. Der Flugraum ist auf Anfrage per Telefon befliegbar – vor dem Start unbedingt anrufen. In der Sommerzeit werden oft Fluglager veranstaltet, da kann es zu einem generellen Flugverbot kommen.


Informationen.


NameRauflihorn
GruppeNiesenkette
RegionBerner Oberalpen
StartrichtungenS, SW
TalortFärmelberg (Fehrmelthal)
GPS (Berg)46.533052, 7.482808
GPS (Tal)46.515680, 7.481608
Höhe Startplatz [amsl]2291
Höhenunterschied [m]650
AufstiegsvarianteLeichter Aufstieg über eine Schotterstraße. Nach dem man den Hang auf halber Höhe einmal quert geht es direkt am Grat auf einem Kuhpfad bis zum Gipfel.
StartplatzAn der gesamten S-SW Flanke kann gestartet werden. Steilheit Flach bis Mäßig
FlughinweiseFür Streckenflüge sollte man sich vorher schlau machen. Es gibt einige Lufträume in der Gegend die es zum umfliegen gilt.Lufträume Rauflihorn
LandeplatzViele grüne Wiesen im gesamten Tal
Talwind am LandeplatzKeine Angabe


Bildergalerie.



Kartenmaterial zum Nachhiken.