Ausrüstungs- und Packlisten-Romantik. Einfach machen, wird schon schief gehen.

 

Im Internet kursieren dutzende Ausrüstungspacklisten, weswegen ich mich da jetzt nicht einreihen werde. Neben den Standards gibt es jedoch einige Tipps, die mit Sicherheit nennenswert sind.

Equipment:

Man kann in Moshi fast alles ausleihen, was man vergessen hat oder nicht mitnehmen wollte: Schuhe, Daunenjacken, Schlafsäcke, Zelte, Trinkflaschen, Wanderstöcke…kostet a bissl was und ist natürlich nicht neu von der Stange, aber das weiß man hoffentlich vorher. Ich hatte einen Mix-Schlafsack, der im Extremfall bis -33 °C halten sollte. Ich habe bei meiner Kraterübernachtung gefroren, was aber nicht unbedingt am Schlafsack hat liegen müssen.

Schuhe:

ja, ich hatte damals noch schwere zwiegenähte Hanwangstiefel an den Füßen. Und nein, ich würde es nie wieder tun. Erstens, die Schuhe sind brutal schwer und mit jedem Höhenmeter sind sie schwerer geworden. Das Blasenproblem ist omnipräsent und fast nicht vermeidbar, egal wie gut man scheinbar seine Schuhe eingelaufen hat. Und die Schwierigkeit des Bergs verlangt wirklich nicht nach schwerem Schuhwerk. Klar, muss man in einzelnen Geröllpassagen bisschen auf seinen Tritt achten, aber diese Passagen haben einen geringen Anteil am gesamten Anstieg. Im Allgemeinen: leichte Trekking-Halbschuhe oder etwas in Richtung Speedcrosser wären die perfekte Wahl! Eure Füße werden es euch danken!

Jacke:

Nachts ist es eiskalt, tagsüber ballert die Sonne ordentlich. Nehmt euch definitiv eine dünne Daune mit, da diese leicht ist und ein kleines Packmaß hat. Eine winddichte/wasserdichte dritte Schicht ist auch ein Muss.

Bekleidung:

da man sich einige Tage am Stück nicht wirklich waschen kann, hilft Merinowolle um die Geruchsentwicklung in Schach zu halten 😉 Zudem sind die Sachen ideal wärmeregulierend.

Wanderstöcke: definitiv.

Trinken:

wir hatten Trinkblasen mit einem Fassungsvermögen von 3 L dabei. Die braucht man auch als Minimum für eine Tagesetappe. Hier ist zu beachten, dass man das Wasser in tieferen Bergregionen abkocht und ggf. keine Zeit hat es vorher auskühlen zu lassen bevor es in die Blase gefüllt wird – ein thermostabiler Wassersack ist demnach von Vorteil.

Wasseraufbereitung:

es gibt ja jede Menge Schnickschnack, der einem heutzutage angeboten wird, der aber einem Kanonenschuss auf Spatzen gleicht. Nichts desto trotz sollte man sein Trinkwasser, das oft aus kleinen Flüssen oder Pfützen in Campnähe gewonnen wird, aufbereiten. Wir haben dazu Micropur Forte Tabletten verwendet und hatte gar keine Probleme. Tablette ins Wasser, halbe Stunde warten und yummy-Chlorwasser genießen. Um dem leicht unangenehmen Geschmack entgegen zu wirken und zeitgleich den Elektrolythaushalt aufrecht zu erhalten, hatten wir noch Regenerations-Brausetabletten mit Geschmack dabei.

Medikamente:

In den Bergregionen weniger, in der Stadt etwas mehr, aber definitiv auf der Safari ist Malaria und das Denguefieber/die Schlafkrankheit eine Gefahr. Zumindest gegen Malaria werden im europäischen Raum sehr viele Mittel prophylaktisch angeboten, z.B. Lariam, die eine Reihe von nicht vernachlässigbaren Nebenwirkungen haben und dazu auch noch eine Stange Geld kosten. Hierbei gibt eine „gesündere“ und kostengünstigere Lösung: Doxycyclin. Es gilt bis auf Europa weltweit als das Malariamittel, insbesondere für Langzeitaufenthalte, der Wahl, da die einzige signifikante Nebenwirkung eine erhöhte Lichtempfindlichkeit ist. In Deutschland darf es jedoch nicht offiziell zur Malariaprävention verschrieben werden, der Pharma-Lobby sei Dank. Ein anständiger Reisemediziner wird euch aber definitiv dazu raten und ihr solltet einfach eine gute Sonnencreme einpacken.

Ansonsten soll laut diversen Studien von Höhenforschungsinstituten Ibuprofen in schwacher Dosierung (tägl. 200 mg) auch vorbeugend gegen Symptome der Höhekrankheit helfen, aber da muss sich jeder selbst informieren. (Prospective, Double-Blind, Randomized, Placebo-Controlled Comparison of Acetazolamide Versus Ibuprofen for Prophylaxis Against High Altitude Headache: The Headache Evaluation at Altitude Trial (HEAT) Gertsch, Jeffrey H. et al., Wilderness & Environmental Medicine , Volume 21 , Issue 3 , 236 – 243)

Kamera:

jupp, ich habe mir extra für diese Reise eine Sony Alpha57 mit einem Reisetele-Objektiv (70 – 200 mm von Tamron) zugelegt und es hat sich gelohnt. In meinen Augen habe ich dank der Kamera unvergessliche Eindrücke festgehalten.