Fly and Hike.

 

 
Zwangsurlaub in der Sommerpause, also nichts wie weg. Wir wollten ursprünglich im März Richtung Norma, jedoch hatte uns damals das Wetter einen Strich durch die Rechnung gezogen. Und da für die Fluggebiete im Apennin die Theorie bereits vorbereitet war und die nächsten Urlaube schon anderweitig verplant waren: ab in den Süden!

Unsere Reise ging zuerst durch die malerische Toskana und führte uns danach in die italienische Hauptstadt. Nach einem kurzen Citytrip (nie wieder Rom…!) ging es jedoch schnell weiter ins ländliche Lazio. Wir steuerten direkt das am Steilhand gelegene Norma (nein, nicht das Lebensmittelgeschäft…) an und waren am frühen Nachmitag oben. Eine Affenhitze und ans Fliegen gar nicht zu denken. Wir spazierten also durch das Städtchen und erfrischten uns mit einer 660-ml-Pulle Bier für 1,50 € und gönnten uns dazu ein Panini in einer der geöffneten Bar. In der Stadt schien auch die Uhr stehen geblieben zu sein. Lediglich das ältere Semester stellte sich nach 15.30 Uhr einen Stuhl auf die Promenade und guckte. Wirklich. Es hockten ältere Damen und Herren, gelegentlich auch ein älteres Paar, auf ihren mitgebrachten Stühlen und schauten dem Treiben bzw. Nicht-Treiben in Norma zu.

Nach der Stärkung wollten wir doch noch zum Startplatz und zu unserer Überraschung schien das Timing ideal zu sein. Der Parkplatz war um 17.30 Uhr mit Gleitschirmfliegern gefüllt und alle strömten Richtung Startplatz. Wir hinter her. Dort angekommen sahen wir bereits einige Flieger in der Luft, obwohl der Wind für unseren Geschmack schon ziemlich stramm war. Aber was will man machen, also auspacken und ab in die Luft.

Der Wind blies zwar kräftig, aber immerhin laminar und brachte uns schnell gut 200 Meter über den Startplatz. Ich versuchte mich noch daran die Kante abzufliegen, aber kehrte bald wieder zurück, weil wenig zu holen war. Etwa 20 Minuten später ist bereits ein kleiner Teil der Flieger top gelandet und das hätte uns eigentlich aufhorchen lassen müssen.

Nach einer Dreiviertel Stunde Flug war dann plötzlich der Ofen auf Sparflamme und wir kratzten alle kurz unterhalb des Startplatzes um die letzten Meter. Ums Verrecken hat keiner mehr die letzten 30 Meter gut machen können. Nichts zu machen, also krebsten wir noch eine weitere halbe Stunde um den Pott und landeten wie der Rest am offiziellen Landeplatz.

Hochmotiviert auch im Apennin Hike & Fly bzw. Fly & Hike zu betreiben, machten wir uns zu Fuß auf den Weg. Durch die Olivenhaine folgten wir einem grobschottrigen Weg und konnten es vor Hitze kaum aushalten. Nach 19 Uhr hatten wir immer noch weit über 30 °C und das Wasser lief uns in Strömen vom Kopf. Nach vielen Trinkpause erreichten wir dann auf unserem Weg ein Tor, das uns den Weg versperrte. Leider kein Durchgang. Also mussten wir uns durch das Gestrüpp zu einem Mäuerle durchschlagen, dem wir fast bis zur Straße folgen konnten.

Kurz bevor wir die Asphaltstraße erreichten, war plötzlich Schicht im Schacht. Dichtes Gestrüpp, weglos und umgestürzte Bäume. Nach einiger Hackelei waren wir jedoch endlich auf der Straße. Unschön, aber anders kommt man in Norma leider nicht zurück in die Stadt. Vorbei an zahlreichen Kakteen vollbeladen mit Früchten, erreichten wir unser Ziel. Nach einer Solardusche ging es dann in die Pizzeria 2001 – top!

Fazit: im Frühherbst oder wenn die Region mal nicht unter einer monatelangen Hitzewelle leidet, kann man hier mit Sicherheit wunderbare Flüge absolvieren. Das Ambiente ist einmalig und die Flugverhältnisse erinnern einen stark an den Lijak.


Informationen.


NameNorma
GruppeMonti Lepini
RegionPontinische Ebene/Lazio
StartrichtungenSW, S, (SO)
TalortDoganella di Ninfa
GPS (Berg)41.591124, 12.956944
GPS (Tal)41.581514, 12.942123
Höhe Startplatz [amsl]462
Höhenunterschied [m]424
AufstiegsvariantenVom Landeplatz hält man gerade auf den Berg zu. Der grobschotterige Weg führt zuerst durch den Olivenhain bis man an ein Tor mit „Zutritt verboten“ kommt. Man muss vorab durch das Gestrüpp auf einen Pfad und folgt dann einem alten Mäuerle. Da geht es ohne weitere Kurven Richtung Asphaltstraße, wobei kurz vor der Serpentine das Gelände stark verwachsen ist. Bis auf die Asphaltstraße gibt es leider keine schönere Variante.
StartplatzGepflegter Wiesenstartplatz mit entspannter Neigung ohne Hindernisse. Zusätzlich großzügiger Toplandeplatz in der Ebene hinter dem Startplatz.
FlughinweiseTagsüber kann es in den Sommermonaten starkwindig sein. Zum frühen Abend hin flaut der Wind jedoch zu idealen Soaringverhältnissen ab. Wer den richtigen Zeitpunkt verpasst den Toplandeplatz anzusteuern, muss unten landen.
LandeplatzGroße Wiese.
Talwind am LandeplatzSW-S


Bildergalerie.



Kartenmaterial zum Nachhiken.