Morgenstund hat Gold im Mund.

 

 

Da sich der Urlaub seinem Ende zuneigte, wollten wir uns Richtung Westen bewegen und die letzten Tage im Soča-Tal verbringen. Das WoecknAir-Mobil wurde im Camp Gabrje stationiert und von dort aus wollten wir zu nahegelegenen Hike & Fly Touren aufbrechen. Streich Nr. 1 war von hier aus der Mrzli Vrh, der uns am Vorabend einfach beim Abendessen anlachte. Es war erneut eine hohe Gewitterneigung vorhersagt, sodass wir so früh wie möglich am Berg sein wollten. Am Mrzli Vrh hatten wir dafür eine sehr gute Ausgangslage, da sich der geplante Startplatz auf der Ost bis Südost Flanke befindet. Es gibt mehrere Aufstiegsmöglichkeiten, wobei wir den direkten Weg gewählt haben.

Dieser Gipfel scheint nicht wirklich viel begangen zu sein, da das erste Drittel des Weges stark überwuchert ist. Sobald man auf die breite Forststraße gelangt, die von Zatolmin den Berg hinauf führt, ist der Aufstieg unproblematisch und eigentlich ganz schön. Nach erfolgreich erklommenen 1100 Höhenmetern gelangt man zum Grat, der im nördlichen Teil als Freilichtmuseum gestaltet ist. Im ersten Weltkrieg war die Erhebung ein Schlüsselpunkt der österreich-ungarischen Verteidigung des Tolmeiner Brückenkopfs und die alte Verteidigungslinie bildet nun einen Rundweg, der über die bewirtschafteten Almen Pretovč und Lapoč führt. Auf dem Weg zum Gipfelkreuz geht man rechter Hand am Startplatz vorbei.

Vom Gipfel selbst eröffnet sich einem ein wunderschönes Panorama. Aus reiner Neugier sind wir den kompletten Mrzli Grat auf der Suche nach einem Südstartplatz abgelaufen. Vergeblich. Denn in unmittelbarer Nähe zum Grat konnten wir keine startbare Fläche ohne Hindernisse ausfindig machen. Wer sich im teilweise sehr steilem Dickicht am Hang auf die Suche begibt, wird unter Umständen fündig. Wir hingegen sind in der bereits segnenden Hitze zum O-SO Startplatz zurückgelaufen. Hier findet man eine mäßig geneigte Wiese mit vereinzelt großen Sträuchern und teils aggressiven Ameisen. Gegen halb elf kamen die ersten Ablösungen den Hang hinauf, in die wir gerne reingestartet sind (wohl etwas zu früh).

Man kann am späteren Vormittag eigentlich direkt Anschluss finden und wie gewohnt mit der großen Masse die vom Kobala rüberschwappt in die Höhe steigen. Die Flugbedingungen im Soča-Tal sind anderweitig sehr gut beschrieben. Alternativ findet man zur jeder Jahreszeit genug andere Flieger in der Luft. Landen kann man direkt beim Camp Gabrje und bei Bedarf in eine äußerst erfrischende Soča springen.

Der Mrzli Vrh ist somit eine perfekte Tour für Frühaufsteher, die sich für eine Radeltour oder einen Streckenflug am Nachmittag aufwärmen möchten. Übrigens gibt es in Tolmin eine exquisite Bäckerstube, wenn man die 180 Grad-Serpentine hinauf fährt und die erste Straße rechts abbiegt. Dort kann man nur das Kruh cvijet empfehlen – ein Weißbrot in Blumenform bestehend aus 7 Semmeln, das am dritten Tag immer noch wie frisch gebacken schmeckt. Diese simple und zeitgleich köstliche Backware gibt es überall für einen ganzen Euro in Slowenien!


Informationen.


NameMrzli Vrh
GruppeJulische Alpen
RegionSüdliche Kalkalpen
StartrichtungenSO
TalortGabrje
GPS (Berg)46.218224, 13.697457
GPS (Tal)46.195998, 13.697919
Höhe Startplatz [amsl]1129
Höhenunterschied [m]970
AufstiegsvariantenSehr wenig begangen und deswegen sehr verwachsener Pfad.
StartplatzSteilere Wiese mit hohen Gras und im Frühjahr stacheligen Büschen. Auf Killer-Ameisen aufpassen.
FlughinweiseFlug ist vormittags unproblematisch, da die Sonne schön auf der Ostseite ansteht. Bei Südwind muss man mit Seitenwind rechnen.
LandeplatzThermik in der Mittagszeit. Aber ansonsten überall im Tal sehr große schöne Wiesen (sehr gutes Streckenfluggebiet)
Talwind am Landeplatzi. d. R. südlich


Bildergalerie.



Kartenmaterial zum Nachhiken.