Entschuldigen Sie bitte, ist das ein Gewitter?

 

 

Nachdem wir endlich entschieden haben nicht Richtung Westen zu fahren, machten wir uns auf den Weg Richtung Osten. Da sollte das Wetter recht gut werden bzw. war von dort eine Flucht Richtung Süden möglich. Auf dem Weg nach Gemona also machten wir Halt in Meduno, denn darüber wird viel gesprochen und anschauen wollten wir uns den Monte Valinis auch.

Wir parkten bei Tomba auf dem offiziellen Landeplatz, wo auch eine Flugschule unterwegs war und man nach dem Flug auf Bierchen einkehren kann. Von dort aus liefen wir die Straße Richtung Sottomonte, wo es zum Berg ging. Unterwegs wurden wir von Straßenarbeitern auf das kommende Gewitter aufmerksam gemacht, wonach wir nur an Tempo zulegten. Der Weg selbst ist nicht wirklich ausgeschildert, aber am besten folgt man dem Bachverlauf des Rio Scabin in den Wald und kommt somit auf einen der Pfade. Diese führen erst recht steil und im oberen Verlauf des Weges in langen Serpentinen zum Startplatz Monte Valinis. Insgesamt braucht man ein bisschen mehr als eine Stunde zum Ziel, wenn man strammen Schrittes geht.

Der Startplatz ist äußerst großzügig, bietet Platz für viele Schirme und Drachen, ist mit PKW auch erreichbar und ist mit einer neuen Holzrampe ausgestattet. Der Wind stand sehr sehr stramm an, mit guten Böen über 20 km/h. Erschreckender Weise war der Himmel westlich von Meduno und dem Lago di Tramonti schwarz. Dunkelschwarz. Zeitgleich wurden Flugsafari-Teilnehmer vom Flugleiters in die Luft geschickt und ein Schirm soarte bei dem Wind am Gipfel des Monte Valinis. Wir wollten eigentlich nur schnell vom Berg. Der Start ist bei stärkerem Wind auf Grund der großzügigen Wiese unkompliziert, in der Luft jedoch geht es ab wie Schmidt’s Katze (Thermik + Aufwind). Wir fackelten nicht lange und steuerten die Landewiese an, wobei das Runterkommen schwieriger war als das Höhe machen. Die Landung ist trotzdem unproblematisch, obwohl die offizielle Landewiese ein Stück vom SP entfernt ist. Man kann sich einen Spaß gönnen und am alten Schloss aufsoaren, was mit einem drohenden Gewitter im Nacken nur halb so viel Freude bringt.

Recht schnell waren doch alle wieder am Boden und wir konnte beobachten wie der Himmel dunkler und die kalten Böen stärker wurden. Das Gewitter kam jedoch nicht über den Torrente Meduna rüber. Die Einheimischen blieben daher in der Luft, da sie wohl das Phänomen kannten. Wir würden das Fliegen bei der Gewitternähe dennoch lassen, da es für jede Regel mindestens eine Ausnahme gibt.

Fazit: der Monte Valinis ist zu Fuß recht schnell erreichbar und der Startplatz jumbo. Bei nicht derart labilen Bedingungen ist das Fliegen hier mit Sicherheit ein Traum und wenn es nicht thermisch geht, dann mit Sicherheit im dynamischen Aufwind. Wir freuen uns auf jeden Fall auf das nächste Mal in Meduno!


Informationen.


NameMonte Valinis
GruppeFriauler Dolomiten
RegionKarnische Voralpen
StartrichtungenSW, S, SO
TalortTomba
GPS (Berg)46.231071, 12.805998
GPS (Tal)46.205099, 12.818543
Höhe Startplatz [amsl]989
Höhenunterschied [m]727
AufstiegsvariantenAusgeschildert ist kein Weg, jedoch führt jeder Weg am Berg von Sottomonte aus Richtung Monte Valinis.
StartplatzMega und zusätzliche neue breite Drachenrampe
FlughinweiseOft durch ausgeprägten Südwind Soaring-Möglichkeit
LandeplatzGroßzügige Wiese ohne Hindernisse, jedoch nicht direkt unterhalb des SP. Ansonsten ausreichend Notlandewiesen vorhanden.
Talwind am LandeplatzSüd


Bildergalerie.



Kartenmaterial zum Nachhiken.