Two roads diverged in a wood, and we took the one less traveled by.

 

 
Nach einer längeren Phase mit unstetem Wetter wurde endlich wieder Sonne vorhergesagt. Und was tut man im Herbst, wenn Sonne und wenig Südwind angesagt ist: Hike & Fly. Es schwebte uns schon seit letztem Herbst der Kohlberg vor, als bekannten Hike & Fly Posten – zum Abhaken sozusagen. Hinzu kommt, dass Alex bereits letztes Jahr einen Wanderbericht zur Kohlbergspitze gefunden hatte, der vorerst nicht viel mit Gleitschirmfliegen zu tun hatte. Dieser Bericht beschrieb einen eher einsamen und anspruchsvollen Aufstieg über die Nordseite mit Überschreitung der Kohlbergspitze. Also bevor wir uns die ausgetretene Südseite zu Gemüte führen sollten, wollten wir dann noch eher unser Glück im verkannten Pitzental versuchen. Dort würden wir vermutlich eher nicht auf andere Gleitschirmflieger treffen…

Als wir morgens in Heiterwang einfuhren, bot sich ein wunderbares Spiel aus Licht und Nebel – typisch Herbst. Am Heiterwanger See kann man zwischen Hauptstraße und Campingplatz kostenfrei parken. Von dort aus starteten wir auch im Schatten und Nebel Richtung Pitzental. Zuerst geht es flach am Heiterwanger See entlang. Nach ca. 20 Minuten Fußmarsch führt der Seerundweg weiter Richtung Plansee, wobei wir uns rechts halten und entlang eines Waldwegs die ersten Höhenmeter Richtung Startplatz hinter uns bringen. Vor der privaten Grübleshütte führt ein Weg weiter ins Pitzental nach Osten, wobei wir uns südlich halten und ins Grüblekar hinaufsteigen. Der Aufstieg ist bis zum Schärtle im Schatten des Gebirgskamms, von welchem der Kohlberg die westlichste Spitze ausmacht. Der Weg ist einigermaßen ausgeschildert, wobei kein Hinweis auf die Kohlbergspitze zu finden ist. Man sollte sich immer Richtung Bichlbach/Alpenrosenweg halten. Nichts desto trotz ist es landschaftlich hinreißend. Am Schärtle bekommen wir dann endlich die ersten Sonnenstrahlen ab und tanken nochmal etwas Kraft bevor es ans Eingemachte geht. An der Stelle zeigt sich eine größere Ungenauigkeit von sowohl GPS-Track, Opensource-Kartenmaterial als auch aktuellen Kompasskarten zum realem Weg. Wir folgen aber den Wegmarkierungen und steigen die steile Westflanke hinauf. Das bedeutet hier nicht Richtung Bichlbach Absteigen, sondern immer weiter rauf. Schnell gelangen wir ins felsige Gelände, dass aber mit einer relativ neuen Stahlkette abgesichert ist. Nichts desto trotz sollte man hier trittsicher und schwindelfrei sein, und das auch mit schwerem Gepäck am Rücken. Nach ca. 15 Minuten Kletterei muss man dann die Westflanke queren, wobei das Gelände unübersichtlich ist, da hier wohl immer wieder frisches Geröll ab geht. Man hat aber sein Ziel – den Zigerstein – gut vor Augen, daher ist die Wegfindung kein Problem. Von dort geht es ins sehr sehr steile Schrofengelände – nur für Geübte steht auf dem Schild. Für mich ging es dann das letzte Stück vor dem Gipfel auch nur noch auf allen Vieren hoch, da ich mit dem Rucksack bei einem Hang mit weit mehr als 40 ° auch mal zum Rumkippeln neige, hehe. Weniger lustig als man denkt. Am Gipfel angekommen, bietet uns sich der schöne Anblick der weitläufigen Südflanke, wo bestimmt 1000 Schirme auslegen könnten. Der Wind steht auch sehr gut an, also machen wir uns schnell fertig. Nach dem Start krebsen wir noch ein wenig in der Thermik herum – freuen uns nicht wie die Wanderer absteigen zu müssen – bevor wir uns das Hoch-, Mitter- und Niederjoch Richtung Heiterwanger See zurückarbeitenarbeiten. Dort sind sich die Varios bezüglich Wind nicht wirklich sicher, da vermutlich der Bayrische Nordwind mit dem aktuellen Südwind rangelt. Am Boden ist jedoch so wenig Wind, dass es fast egal ist, also landen wir gemütlich am Auto und freuen uns das mal wieder alles nach Plan gelaufen ist.

Insgesamt waren wir vermutlich knapp 4 Stunden unterwegs, wobei der Umweg auf alle Fälle die Mühen wert ist. Diese Tour ist definitiv weiter zu empfehlen, wenn man außer „schnell zum Startplatz hiken“ doch auch gerne schöne Berge besteigen möchte.


Informationen.


NameKohlbergspitze
GruppeSüdlicher Hauptkamm (Danielkamm)
RegionAmmergauer Alpen
StartrichtungenSO, S, SW
TalortHeiterwang
GPS (Berg)447.437707, 10.799752
GPS (Tal)47.450167, 10.756537
Höhe Startplatz [amsl]2202
Höhenunterschied [m]1225
AufstiegsvariantenAm Ostufer des Heiterwanger See´s geht es Richtung Plansee. Bei einer Weggabellung muss man sich rechts halten und anschließend rechts auf dem Weg „nur für geübte“ den Trail aufsteigen. Über die Grühleshütte geht es dann auf das Schartle (1902 amsl). Von dort fängt die Kletterei an. Es geht auf einem alpinen Trail bis zum Zigerstein und von dort Links auf die Kohlbergspitze
StartplatzEin sehr großer Wiesenstartplatz
Flughinweisekeine
LandeplatzSehr große Wiesenflächen am Heiterwangersee vorhanden. Auf Stromleitungen und Zäune achten.
Talwind am LandeplatzAuf Talwind achten


Bildergalerie.



Kartenmaterial zum Nachhiken.


16/10/2016. Kohlbergspitze. Südlicher Hauptkamm. Ammergauer Alpen. 2202 amsl.

Two roads diverged in a wood, and we took the one less traveled by.

Nach einer längeren Phase mit unstetem Wetter wurde endlich wieder Sonne vorhergesagt. Und was tut man im Herbst, wenn Sonne und wenig Südwind angesagt ist: Hike & Fly. Es schwebte uns schon seit letztem Herbst der Kohlberg vor, als bekannten Hike & Fly Posten – zum Abhaken sozusagen. Hinzu kommt, dass Alex bereits letztes Jahr einen Wanderbericht zur Kohlbergspitze gefunden hatte, der vorerst nicht viel mit Gleitschirmfliegen zu tun hatte. Dieser Bericht beschrieb einen eher einsamen und anspruchsvollen Aufstieg über die Nordseite mit Überschreitung der Kohlbergspitze. Also bevor wir uns die ausgetretene Südseite zu Gemüte führen sollten, wollten wir dann noch eher unser Glück im verkannten Pitzental versuchen. Dort würden wir vermutlich eher nicht auf andere Gleitschirmflieger treffen…

Als wir morgens in Heiterwang einfuhren, bot sich ein wunderbares Spiel aus Licht und Nebel – typisch Herbst. Am Heiterwanger See kann man zwischen Hauptstraße und Campingplatz kostenfrei parken. Von dort aus starteten wir auch im Schatten und Nebel Richtung Pitzental. Zuerst geht es flach am Heiterwanger See entlang. Nach ca. 20 Minuten Fußmarsch führt der Seerundweg weiter Richtung Plansee, wobei wir uns rechts halten und entlang eines Waldwegs die ersten Höhenmeter Richtung Startplatz hinter uns bringen. Vor der privaten Grübleshütte führt ein Weg weiter ins Pitzental nach Osten, wobei wir uns südlich halten und ins Grüblekar hinaufsteigen. Der Aufstieg ist bis zum Schärtle im Schatten des Gebirgskamms, von welchem der Kohlberg die westlichste Spitze ausmacht. Der Weg ist einigermaßen ausgeschildert, wobei kein Hinweis auf die Kohlbergspitze zu finden ist. Man sollte sich immer Richtung Bichlbach/Alpenrosenweg halten. Nichts desto trotz ist es landschaftlich hinreißend. Am Schärtle bekommen wir dann endlich die ersten Sonnenstrahlen ab und tanken nochmal etwas Kraft bevor es ans Eingemachte geht. An der Stelle zeigt sich eine größere Ungenauigkeit von sowohl GPS-Track, Opensource-Kartenmaterial als auch aktuellen Kompasskarten zum realem Weg. Wir folgen aber den Wegmarkierungen und steigen die steile Westflanke hinauf. Das bedeutet hier nicht Richtung Bichlbach Absteigen, sondern immer weiter rauf. Schnell gelangen wir ins felsige Gelände, dass aber mit einer relativ neuen Stahlkette abgesichert ist. Nichts desto trotz sollte man hier trittsicher und schwindelfrei sein, und das auch mit schwerem Gepäck am Rücken. Nach ca. 15 Minuten Kletterei muss man dann die Westflanke queren, wobei das Gelände unübersichtlich ist, da hier wohl immer wieder frisches Geröll ab geht. Man hat aber sein Ziel – den Zigerstein – gut vor Augen, daher ist die Wegfindung kein Problem. Von dort geht es ins sehr sehr steile Schrofengelände – nur für Geübte steht auf dem Schild. Für mich ging es dann das letzte Stück vor dem Gipfel auch nur noch auf allen Vieren hoch, da ich mit dem Rucksack bei einem Hang mit weit mehr als 40 ° auch mal zum Rumkippeln neige, hehe. Weniger lustig als man denkt. Am Gipfel angekommen, bietet uns sich der schöne Anblick der weitläufigen Südflanke, wo bestimmt 1000 Schirme auslegen könnten. Der Wind steht auch sehr gut an, also machen wir uns schnell fertig. Nach dem Start krebsen wir noch ein wenig in der Thermik herum – freuen uns nicht wie die Wanderer absteigen zu müssen – bevor wir uns das Hoch-, Mitter- und Niederjoch Richtung Heiterwanger See zurückarbeitenarbeiten. Dort sind sich die Varios bezüglich Wind nicht wirklich sicher, da vermutlich der Bayrische Nordwind mit dem aktuellen Südwind rangelt. Am Boden ist jedoch so wenig Wind, dass es fast egal ist, also landen wir gemütlich am Auto und freuen uns das mal wieder alles nach Plan gelaufen ist.

Insgesamt waren wir vermutlich knapp 4 Stunden unterwegs, wobei der Umweg auf alle Fälle die Mühen wert ist. Diese Tour ist definitiv weiter zu empfehlen, wenn man außer „schnell zum Startplatz hiken“ doch auch gerne schöne Berge besteigen möchte.


Informationen.


NameKohlbergspitze
GruppeSüdlicher Hauptkamm (Danielkamm)
RegionAmmergauer Alpen
StartrichtungenSO, S, SW
TalortHeiterwang
GPS (Berg)447.437707, 10.799752
GPS (Tal)47.450167, 10.756537
Höhe Startplatz [amsl]2202
Höhenunterschied [m]1225
AufstiegsvariantenAm Ostufer des Heiterwanger See´s geht es Richtung Plansee. Bei einer Weggabellung muss man sich rechts halten und anschließend rechts auf dem Weg „nur für geübte“ den Trail aufsteigen. Über die Grühleshütte geht es dann auf das Schartle (1902 amsl). Von dort fängt die Kletterei an. Es geht auf einem alpinen Trail bis zum Zigerstein und von dort Links auf die Kohlbergspitze
StartplatzEin sehr großer Wiesenstartplatz
Flughinweisekeine
LandeplatzSehr große Wiesenflächen am Heiterwangersee vorhanden. Auf Stromleitungen und Zäune achten.
Talwind am LandeplatzAuf Talwind achten