Kilimanjaro: Reizung eines schmerzempfindlichen Kopforgans durch Variation des hydrostatischen Drucks der Erdatmosphäre.

 

 
Der Kilimanjaro ist eigentlich eine riesige Gletschereis-bedeckte Erhebung mitten in einer Savannenszenerie, wo eine Giraffe tatsächlich nicht mittels Photoshop in den Vordergrund gerückt werden muss. Das Attraktive bei der Besteigung des Uhuru Peaks ist die Leichtigkeit der Tour, denn man braucht weder viel Eisen noch Seil, um auf knapp 6000 Meter hinauf zu kommen, was wohl weltweit einmalig ist. Deswegen kann der Berg eigentlich auch ganzjährig bestiegen werden, wobei in den Regenzeiten mit teilweise sehr viel Himmelswasser und in höheren Lagen mit Schnee gerechnet werden muss – wer halt Spaß dran hat… Nichts desto trotz sollte man wasserdichte und vor allem warme Klamotten, sowie einen warmen Schlafsack mitbringen. Mit der Höhe wird es nicht nur merklich kälter, sondern der Körper dankt einem für jeden Joule Wärme, den er nicht selbst generieren muss.

Es führen mindestens 10 Routen Richtung Gipfel, wobei jede ihren eigenen Reiz hat. Ich war auf der Umbwe-Route unterwegs und das um zumindest einen minimalen technischen Anspruch bei der Gipfelbesteigung zu haben und vor allem: keine Menschenseele anzutreffen (fast).

Die Region um den Kilimanjaro ist ein Nationalpark, weswegen man an den „Gates“ Gebühren bezahlen muss. Das Bezahlen erledigt i.d.R. der Guide und die Kosten sind bereits im „Preis“ inkludiert. Nach meiner Information ist es ohne Sondergenehmigung nicht möglich ohne registrierten Guide den Nationalpark zu betreten. Offiziell gibt eine Beschränkung von 60 Trekkern/Tag/Route. Bei den gängigen Routen kommt man mit Sicherheit täglich an das Limit oder überschreitet es sogar. Bei der Umbwe-Route waren wir jedoch die zweite Gruppe (3./4. Person), die die Route in 2013 angetreten hat. Two roads diverged.

Grundsätzlich ist die Umbwe Route vermutlich dieanspruchsvollste offizielle Trekking-Route zum Uhuru Peak. Man muss sie in der Regel mit 6 Tage zum Gipfel planen (Reglement des Nationalparks, um die Anzahl von Höhenkranken zu minimieren), der Gipfelsturm ist teilweise ziemlich steil, sehr Steinschlag gefährdet und begeistert mit ein paar wenigen kurzen Kletterpassagen. Demnach findet man hier auch weniger Kilimanjaro-Spaziergänger. Nichts desto trotz darf man nie vergessen, dass man sich weit über 5000 m über dem Meeresspiegel aufhält, die Luft zunehmend dünner wird und Höhenkrankheit vermutlich präsenter ist als an technisch schwierigeren Bergen. Durch die Steilheit der Route sinken statistisch die Gipfelerfolgschancen, aber da ist jeder nach dem eigenen Verstand und entsprechender Selbsteinschätzung gefragt. Ein weiterer schöner Aspekt der Route ist, dass man einen alternativen Abstieg über die Mweka-Route hat und somit auch etwas Trubel der anderen Routen mitbekommt.


Tourbericht.


 

 

 

#Tag 1: Umbwe Gate to Forrest Caves (4 bis 5 Stunden, 13 km, 1450 hm Aufstieg)

#Tag 2: Forrest Caves bis Barranco Camp (4 Stunden, 5 km, 1100 hm Aufstieg)

#Tag 3: Barranco Camp bis Arrow Glacier Camp (4 Stunden, 5 km, 1050 hm Aufstieg)

#Tag 4: Arrow Glacier Camp bis zum Crater Camp + Uhuru Peak (4 Stunden + 2 Stunden, 5 km, 1050 hm Aufstieg)

#Tag 5: Crater Camp bis Mweka Village (8 bis 10 Stunden, ? km, 3800 hm Abstieg)


Informationen.


NameKilimanjaro
TalortMoshi
GPS (Berg)-3.239767, 37.276743
GPS (Tal)-3.076778, 37.354293
Höhe Startplatz [amsl]1310
Höhenunterschied [m]5895
Aufstiegsvarianten/AufstiegszeitMarangu: 6 Tage, mittel, ganzjährig (der Klassiker)
Machame: 7 Tage, leicht, ganzjährig (abwechslungsreich)
Shira/Lemosho: 7 Tage, mittel, ganzjährig (für Entspannte)
Lengai: 6 Tage, leicht, Juni-Aug/Nov (für den Loner)
Rongai: 6 Tage, mittel, ganzjährig (eine komplett andere Perspektive)
Umbwe: 6 Tage, schwer, Juni-Okt (die Diretissima)
StartpunktCa. 15 km hinter Moshi startet man im kleinen Dörfchen Umbwe. Die Anfahrt erfolgt i.d.R. in kleinen Toyota-Bussen, die über die Trekking-Agentur organisiert werden.
Nationalpark Gebühren (Stand 2013)NP-Eintritt: ca. 30 USD/Tag
Hütten/Campinggebühren: 40 USD/Tag
Rescue Fee: 25 USD/Eintritt
Kartenmaterial:Kartenmaterial ist eher bedingt in entsprechendem Maßstab zugänglich, weswegen unbedingt ein GPS-Gerät mitgenommen werden sollte (bei Individualreisenden). Wer mit dem Guide unterwegs ist, benötigt eigentlich kein Kartenmaterial.


Bildergalerie.



Kartenmaterial zum Nachhiken.