Starkwind-Abenteuer.

 

 
Für den heutigen Tag waren die Windprognosen alles andere als erfreulich. Eine nahende Kaltfront sollte einen zunehmenden Westwind mit sich bringen, der auf 2000 amsl um die 20 km/h und ab 3000 amsl weit über 30 km/h steigen sollte. Unser eigentliches Vorhaben – die Bschlabser Kreuzspitze – mit weit mehr als 2400 amsl war somit unrealistisch. Nach langer Überlegung ging es dann doch los zum Kompromiss des Tages – dem Hönig, dem kleinen Nachbar vom Thaneller. Die Startrichtigung dort ist variabel von S über W bis NO mit großflächiger Wiese, so dass es einen bei Starkwind relativ risikoarm über den Acker ziehen kann. Genau das richtige für unser Starkwind-Abenteuer.
Wir hatten die Hoffnung, dass der Wind im Laufe des Tages abschwächt und starteten den Aufstieg somit erst gegen 10.30 Uhr. Man parkt in Berwang am besten beim Parkplatz des Thanellerkarlifts (durch Berwang durchfahren, hinter der Unterführung rechts abbiegen), da es dort reichlich Landewiesen in der Nähe gibt. Der schnellste Aufstieg erfolgt zuerst über die NW-Seite, wobei man der Skipiste bis zur Rastkopfhütte folgt. Dort quert man über einen beschilderten Waldweg den Westhang zum Sattelkopf und steigt die letzten 250 hm in steilen Serpentinen die SW-Seite des Hönigs hinauf.Am Startplatz angekommen, kam jedoch die Ernüchterung. Wind aus SW mit 13-15 km/h und starke Böen mit über 20 km/h aus W. Deswegen hieß es erstmal abwarten und schauen, was die Zeit bringt. Tatsächlich erschien es nach einer Stunde Parawaiting dann nicht mehr so abwegig zu starten, also machten wir uns fertig. Überraschenderweise war beim Start jedoch der böige Wind eher weniger das Problem. Man hatte mit trockenem Gestrüpp zu kämpfen, dass sich in nicht ummantelten Galerieleinen besonders gut her machte…In der Luft angekommen, wurde man dann sofort in die Höhe katapultiert und wir haben den Startplatz gefühlt innerhalb von Sekunden um ca. 250 m überhöhen können. Mit der Höhe nahm jedoch auch der besagte Westwind exponentiell zu, so dass man um 2200 amsl herum laut Vario bereits gegen 26-28 km/h kämpfen musste. Nach ein wenig Soaren entschieden wir uns somit für den Rückzug Richtung Thaneller und fanden im Berwanger Kessel sogar noch ein wenig Thermik. Bei passenden Windbedingungen bietet sich die ganze Ridge zum Soaren an, wobei man hier auch im November noch auf thermische Ablösungen hoffen kann. Bei Westwind sollte man sich jedoch im vorderen Gratbereich aufhalten, da es einen sonst Richtung Joch auch mal runterspülen kann. Beim Soaren auf der NO/O-Seite (sollte man die Augen wegen Lawinen-Sprengseilen offenhalten.

Die Landung erfolgte dann an der großen Wiese beim Parkplatz. In Berwang gibt es zwar viele Weiden, jedoch sind die wenigsten eben. Neben dem Parkplatz gibt es zwischen Straße und Stromleitung ausreichend Platz, um sicher mit dem Gleitschirm zu landen. Man sollte sich jedoch westlich halten, da der östliche Teil der Wiese moorig ist und in Abhängigkeit von der Jahreszeit sehr nass sein kann.

Der Hönig ist schnell erreichbar und die Startwiese bietet genügend Platz für mehrere Schirme und hat eine angenehme Steigung. Der Ausblick ins Namlostal und auf die Rückseite des Schwarzhanskars ist auch sehr beeindruckend, weswegen dieser kleine Berg ein sehr schönes Hike&Fly-Erlebnis war.


NameHönig
GruppeLoreagruppe
RegionLechtaler Alpen
Startrichtungen(S), SW, W, NW, N, (NO)
TalortBerwang
GPS (Berg)47.393697, 10.741665
GPS (Tal)47.407843, 10.736950
Höhe Startplatz [amsl]2034
Höhenunterschied [m]716
Aufstiegsvarianten1. Schnell und steil über die Rastkopfhütte und den Sattelkopf
2. Entlang des südöstlich von Berwang gelegenen Panoramawegs über das Älpele sowie das Joch
StartplatzEs handelt sich um flache Graswiese (<30°), die Startmöglichkeiten von S über W bis N bietet. Bei NO kann unter Umständen ebenfalls gestartet werden. Der gesamte Grat ist begrast, wobei der nordwestlich gelegene Hönig die beste Startmöglichkeit bietet. Im Sommer kann das Grünzeug auf dem Startplatz problematisch sein, da sich die Leinen leicht verhängen können.
FlughinweiseFlugrichtung West vermeiden, da man im Rotlechtal nur bedingt Höhe machen kann und beim großen Saufen keine Notlandemöglichkeiten vorhanden sind.
LandeplatzWestlich vom Parkplatz Thanellerkarlift gibt es parallel zu Stromleitungen eine gute Landemöglichkeit auf einer Weide, wobei diese in Parkplatznähe sehr nass ist (Sumpfartige Bereiche).
Talwind am LandeplatzBereits bei leichten thermischen Bedingungen gibt es einen Talwind aus Ost


Bildergalerie.



Kartenmaterial zum Nachhiken.