Ein-Blick vor die Haustür.

 

 
Nachdem mir beim letzten Abenteuer an der Feuerspitze eine Leine gerissen ist, warte ich noch auf Post aus Österreich. Derweil ist Alex wegen seiner Hand auf der Ersatzbank, also darf ich ausnahmsweise seinen Gleitschirm ausführen. Der Hochdruck bleibt bei Wind aus östlicher Richtung bestehen, wobei die Windstärken verschwindend gering sein sollen. Da kann man mal auf die schnelle einen Blick vor die Haustür werfen und zur baumfreien Schulter der Gehrenspitze spazieren: Hahlekopf.

Man parkt am besten beim Frauenseeparkplatz in Lechaschau und folgt der Asphaltstraße bis zur ersten Wegmarkierung. Hier kann man entweder dem Fahrweg über den Frauensee folgen oder über die Kuhweide links abkürzen. Die Ausschilderung des direkten Wegs erfolgt ein paar Meter oberhalb des Kuhgatterls. Von da folgt man eigentlich einfach nur dem Steig, der im oberen Teil einen breiten Schotterweg mehrfach kreuzt. An der Costarieskappelle bekommt man auch einen schönen Ausblick ins Reuttener Becken, wonach es etwas steiler hinaufgeht. Nach ca. einer Stunde erreicht man die private Sulztaler Hütte, wo man sich rechts hält. Vor allem sollte man sich auch hier nicht von dem seltsam starken Bergwind irritieren lassen.

Irgendwann lichtet sich der Wald und man sieht die Hahlealpe. Gleichzeitig entzückt einen sowohl der schöne Rücken der Gehrenspitze als auch der große Wiesenstartplatz neben der Schallerkapelle. Beim Starten hat man die Schlicke im Rücken und kann unter Umständen auch aus dem Raintal (Musauer Alm) zur Hahle aufsteigen. Mir kommt die Frage auf: kann man bei der Schlicke eigentlich auch starten? Der Hahle ist ein sehr schöner Oststartplatz, wobei NO und SO auch kein Problem sind. Etwas unterhalb des Wiesenkopfs östlich würden Waghalsige bestimmt auch bei suboptimalen Bedingungen mit Blick zum Forggensee gegen Norden starten können.

Als ich oben ankomme, kommt eine laue Brise aus Osten die Wiese hoch – perfekte Startbedingungen. Der Ausblick ist auch ganz schön aber, wenn man den Hahnenkamm kennt, ist es nicht wirklich was Neues. Am Tag zuvor (im Dezember…) konnte ich von unserer Terrasse aus noch drei Schirme weit über dem Säuling aufdrehen sehen. Für den Hahleflug sind die Chancen für so eine Kuriosität eher gering, aber zumindest kann man den Kopf etwas lüften. So geht es in die Luft und mit guter Höhe über den Frauensee. Hinterm Turejöchl drehe ich Richtung Hahnenkamm ab und sehe noch einen Gleitschirm am Hahnenkamm starten. Weiter oben jedoch scheint es eher rasant Richtung Landeplatz zu gehen, daher drehe ich bei der Hahnenkammbahn ab und fliege zurück zum Kuhbichl. Dort geht’s nur noch runter. 15 Minuten Flug. Ich werde den Schirm vermutlich länger packen, als dass ich in der Luft war…

Fazit: Ein Blick vor die eigene Haustüre lohnt, da es auch da kleine aber feine Berge zum Hike & Fly gibt. Der Hahle ist eine unkomplizierte Afterwork-Tour oder auch nur so, wenn es mal wieder zu viel Ostwind gibt. Außerdem sieht man die Wiese jedes Mal, wenn man auf der B179 fährt. Da ist es somit fast ein Pflichtprogramm.


Informationen.


NameHahlekopf
GruppeTannheimer Berge
RegionAllgäuer Alpen
Startrichtungen(N), NO, O, SO
TalortLechaschau
GPS (Berg)47.505693, 10.666652
GPS (Tal)47.495565, 10.697873
Höhe Startplatz [amsl]1716
Höhenunterschied [m]864
Aufstiegsvarianten1. Waldweg über Costarieskapelle, Sulztaler Hütte (privat) und die Hahlealp
2. Etwas weiterer Weg über den Frauensee
StartplatzRiesiger Wiesenstartplatz mit größeren Stufen
Flughinweisekeine
LandeplatzDirekt in Lechaschau am Frauenseeparkplatz (Achtung Leitungen)
Wind am LandeplatzAn thermischen Tagen Bayrischer Nordwind, ansonsten südlich


Bildergalerie.



Kartenmaterial zum Nachhiken.