Kein Tal ohne Mühle oder Bach.

 

 

Endlich ist er da – ein Bus. Leider noch nicht der unsrige aka Kowalski, aber zumindest wurde uns für die ausgedehnte Wartezeit ein Ersatzreisemobil zugestanden. Der Blick auf das Wetter sorgte jedoch für Verunsicherung. Der unrsprüngliche Plan in die Slowakei auf Luchssuche zu gehen musste verworfen werden, da die Nationalparke bis einschließlich 15.06. eine Tierschonzeit und somit Eintrittsverbot in viele Bereiche des Nationalparkgebiets verhängt haben. Wenn man ins Europamagazin schaut, vergeht einem auch etwas die Lust Richtung Balkan, also Albanien – Montenegro – Serbien, zu fahren. Zunehmende Auseinandersetzungen zwischen Banden und Polizei, Gewalt an Grenzübergängen und eine wieder ingesamt instabil wirkende politische Situation machen auch nicht so richtig Lust.

Was bleibt ist das alt bekannte Alpenland, wohl eh am schönsten von allem. Wenn da nicht das Aprilwetter im Mai wäre. Westalpen im Regen, Ostalpen wechselhafter als einem lieb. Sogar die bekannten Sonnenlöcher sollen sich im unsteten Wechsel zwischen tiefhängender Bewölkung und Wolkenbruch befinden.

Unzufrieden, aber reiselustig, machten wir uns also auf den Weg und wechselten zwischen Füssen und Brenner wieder zwei mal das Ziel. Am Ende sind wir im Pustertal gelandet, wo wir im Weitental – da kommt man an, wenn man sein Bike das Pfundererjoch raufgeschoben hat – übernachteten. Die Idee war es auf den Pfundersnock zu hiken, jedoch wirkte das Tal bei Tageslicht kleiner als erwartet, der Landeplatz war verwuchert und so richtig schön war das alles mit einer Regenprognose ab 13 Uhr nicht.

Kurzentschlossen ging es also weiter nach Brauneck und wir hatten uns eigentlich schon mit Ahornach abgefunden, als uns die Gais ins Auge fiel.

Das Wetter schien noch recht stabil, also fix im Stadtpark geparkt und auffi. Der Weg Nr. 2 (Kreuzweg Mühlbach) führt durch einen sehr schönen Wald, zu Beginn auch eher flach. Sobald man dien Berg erreicht, geht es dann eher steil bergauf. Hin und wieder durch den Wald, teilweise über bunt blühende Weiden.

Bei ca. 1450 amsl erreicht man einen Hof, wo wir von einem vermeintlichen Wachhund freudig begrüßt worden sind. Die Katze hingegen war doppelt skeptisch und entsprang einem Näherungsversuch. Das letzte Stück des Weges muss man der Asphaltstraße bzw. dem Weg Nr. 4 Richtung Uttenheim folgen. Die Serpentinen sind weit, jedoch haben wir keine bessere Alternative gefunden.

Nach knapp 800 Höhenmetern erreicht man den Startplatz, der sich direkt oberhalb der Straße befindet. Es steht eine große Windfahne im unteren Teil und man hat eine phantastische Aussicht auf den Kronplatz. Über diesem begannen sich die Wolken zu türmen und über de Großen Windscharte wurde es auch schon düster.

Der Startplatz ist eine mäßig abfallende Wiese, die im unteren Teil steil zur Straße abfällt. Auch bei etwas längerem Startlauf sollte es jedoch kein Problem geben. Starten kann man Idealerweise auf S / SW, wobei bei uns der Wind entweder aus Ost oder aus Nordwest kam oder gar nicht wehte. Sobald die Sonne sich wieder aus den Wolken gebrannt hatte, kam der Wind super von vorne und wir machten hinne schnell in die Luft zu kommen. Wer weiß wie lange es noch trocken bleiben würde…

Man kann direkt über dem Startplatz aufdrehen und überhöhen. An guten Flugtagen kann man hier mit Sicherheit als Alternative zu Ahornach schöne Flüge starten. Wir hatten nach kurzer Zeit, stetigem Blick auf die sich schließende und dunkler werdende Wolkendecke jedoch weniger Lust lange in der Luft zu bleiben und machten uns zum Abstieg – denn wenn es überall hoch geht, ist es kein gutes Zeichen. ch war nach dem Jungfernflug meines neuen superleichten Flügels trotzdem happy, macht sich in der Luft nämlich grandios.

Es gibt scheinbar mitten in Gais beim Sportplatz eine Landemöglichkeit. Wir haben es uns von unten und oben angeschaut und ja, man kann dort landen. Muss man aber nicht. Der zweite offizielle Landeplatz befindet sich nördlich des Sägewerks, war jedoch nicht gemäht und ich bin gehfaul. Parallel zum Fluss gibt es ebenfalls jede Menge Landewiesen und da sollte man den Landwirten zu Liebe immer bevorzugt die gemähten Wiesen hernehmen – auch wenn die Bauern in Südtirol eh ziemlich entspannt sind. Just als ich meinen Schirm aufgenommen haben, pfiffen bereits erste unangenehme Böen am Stadel vorbei. Alex hatte dann eine etwas windigere Landung und als wir dann versuchten unsere Schirme zu packen, blies schon ein kräftiger kalter Wind. Kurze Zeit später wurde es auch nass.

Das Wetter war nicht ideal zum Fliegen, aber im Pustertal bzw. im Tapferer Fluggebiet kann man es zumindest ganz gut beobachten. Während wir eine Landeradler im Schutze einer kleinen Bar genossen, flogen noch vereinzelt Flieger in Ahornach. Kurze Zeit später haben auch die schnelle Abstiegsmanöver durchgeführt und mussten kurz vor knapp landen (scheint jedoch ein Standardvorgehen zu sein).

Fazit: uns hat’s gefreut das Wetter noch zu nutzen und der Hike & Fly zur Gais ist mit Sicherheit eine gute Wahl, wenn man die meteorologischen Vorzüge des Pustertals genießen dabei jedoch den Trubel in Ahornach meiden will.


Informationen.


NameGais im Pustertal
GruppeTauferer Arhntal
RegionDefregger Alpen
StartrichtungenS, SW
TalortGais
GPS (Berg)46.849884, 11.974278
GPS (Tal)46.845309, 11.950436
Höhe Startplatz [amsl]1667
Höhenunterschied [m]833
AufstiegsvariantenAusgehend vom zentralen Parkplatz in Gais folgt man den beschilderten Wegen Richtung MŸühlbach bzw. Kahle. Dem Flussverlauf folgend macht man recht schnell Hšöhenmeter. Folgt man der Asphaltstraße Richtung Kahle kommt man zum Startplatz, der durch die Windfahne gut sichtbar ist.
StartplatzMŠäßig abfallende Wiese mit ausreichend Platz fŸür zwei drei Schirme. Straße muss Ÿüberflogen werden - auf Verkehr achten (nicht dass viel wäŠre..)!
FlughinweiseIn Sommermonaten auf den Talwind (Pustertaler und Ahrntaler) achten.
Landeplatz1. Nšördlich des SŠägewerks in Gais
2. In der Stadt beim Sportplatz
3. Jede Menge anderer Wiesen in der Umgebung
Talwind am LandeplatzSŸüd


Bildergalerie.



Kartenmaterial zum Nachhiken.