Fürenalp. Pöbelnde Rinder aus allen Richtungen.

 

 
Nach ein paar nasseren Tagen Mitte Juli sollte es nun am Abend endlich trocken bleiben. Es war zwar eine leichte NO-Bise angesagt, aber mit der Hoffnung, dass das Engelbergtal lang genug ist und die Nordhänge hoch genug sind, machten wir uns auf zu einem Climb & Fly – Abenteuer bei der Fürenalp.

Der Startpunkt befindet sich so gut wie am Ende des Engelbergtals, denn weiter kann ein Normalsterblicher mit dem Auto nicht kommen. Sofern das halbe Dutzend kostenloser Parkplätze vor der Fürenalp frei ist, kann man kurz vor der Talstation der Bahn parkieren. Alternativ muss man durch die Schranke auf den kostenpflichtigen Parkplatz ausweichen. Von dort folgt man der asphaltierten Strasse das Tal Richtung Herrenrüti hinauf und kommt so auch am Landeplatz vorbei, der mit einer gut sichtbaren Fahne ausgestattet ist. Wir werden mit doch nicht so schwachem Wind im Tal überrascht, gehen jedoch davon aus, dass dieser sich bis zu unserem Startzeitpunkt legen wird.

Man folgt entweder der Strasse zwei Serpentinen oder quert über das Feld und nimmt einen kurzen Steig. Dort orientiert man sich an einer kleinen Einbuchtung und den Schildern Richtung Fürenalp-Klettersteig. Der Pfad zum Zustieg führt einen in den Wald und nach ca. 10 Minuten erreicht man den Einstieg zum C/D-Klettersteig. Es ist somit eine komplette Klettersteigausrüstung notwendig.

Wir steigen nach einer kurzen Snackpause in die Wand und stellen fest, dass der Klettersteig im wahrsten Sinne der Worte eine Via Ferrata ist. Stellen ohne Eisen in der Wand kann ich vermutlich an einer Hand abzählen, so dass der Steig technisch sehr einfach ist und lediglich Kraftausdauer auch in leichten Überhängen abverlangt. Das Panorama aus der Fürrenhochflue heraus ist jedoch gigantisch und der Genussfaktor riesig. So kraxeln wir uns durch die Wand und erreichen dann nach ca. 1.5 h das grosse Finale: Die Leiter des Todes!!!! Nein Scherz, es ist nur eine etwas längere “Strickleiter” aus Metall, die mit der Zeit armlastig wird.

Wenn man die letzte Hürde dann geschafft hat, muss man dem Pfad folgen und vor dem Felsvorsprung links Richtung Fürenalp laufen. Sofern die Bahn fährt, hat die Alp in der Regel auch offen. Direkt von der Alp sollte bitte nicht gestartet werden. Es gilt die Vereinbarung, dass die Gleitschirmflieger an der Hinter Fürren vorbei Richtung Chüeboden gehen und dort vor derm Fürrenbach (bei der Windfahne) starten. Wir erreichen die Wiese und werden schon unterwegs von ein paar jungen Schumpen angepöbelt. Die neugierigen Jungrinder verfolgen uns ein wenig und zwingen uns den Hang weiter hinauf zu steigen. Dort kommen dann jedoch andere Rinder auf uns zu, die auch nicht ganz untätig bleiben wollen. Diese sind dermassen in Pöbelstimmung, dass nicht mal lautes Rufen und darauf zugehen hilft. Ein Rind ist dann noch so richtig auf Konfrontation aus und nimmt etwas Anlauf ins unsere Richtung. Calma, calma!
Auch wenn das Rind sich seiner Masse vielleicht nicht bewusst ist, so sind wir es alle Mal und ergreifen vorsichtig die Flucht nach oben. Dort finden wir ein Plätzchen, wo im Umkreis von 50 Metern kein Vieh zu sehen ist. Zwar haben wir in unserer Startschneise potentielle Hinderrinder, aber das wird sich schon ausgehen. Bei Nullwind bereiten wir uns zum Start vor und bemerken von der Seite neugierige Zuschauer – noch mehr Rinder. Bevor diese auf die Idee kommen uns zu nah kommen, geht es auf in die Luft und zur Klettersteigwand, die in der Abendsonne umso prächtiger erscheint.

Der Landeplatz ist unkompliziert, wobei leicht abfallend. Nach dem Landen bitte zum Bänkli gehen und dort zusammenräumen, da es sonst Ärger gibt.
Fazit: eine wunderbarer Climb & Fly, den wir nicht das letzte Mal gemacht haben. Am Wochenende ist mit Sicherheit etwas mehr los, wer am späten Abend unterwegs ist, trifft bis auf ein paar Rinder wohl kaum jemanden. Die Aussicht zum Spannort und Titlis sind dagegen immer grandios. 


Informationen.


NameFürenalp
GruppeUnterwaldner Voralpen
RegionUrner Alpen
StartrichtungenSW, S, SO
TalortHerrenrüti
GPS (Berg)46.803676, 8.466733
GPS (Tal)46.799672, 8.454385
Höhe Startplatz [amsl]1870
Höhenunterschied [m]790
AufstiegsvariantenC/D-Klettersteig über die Fürenwand, Normalweg ab Stalden und das Undrist Stafel oder mit der Fürenalpbahn 14 CHF.
StartplatzNicht direkt bei der Bahn starten, man muss dem Wanderweg Richtung Klettergarten folgen.
FlughinweiseBasejumper können unterwegs sein.
LandeplatzAm Herrenrüti. Bitte bei der Bank packen.
Talwind am LandeplatzNW im Sommer


Bildergalerie.



Kartenmaterial zum Nachhiken.