Sperrgebiet mit Linsensuppe. Castelluccio.

 

 

Prinzipiell kann man sagen, dass Ende August nicht unbedingt die ideale Zeit ist, um in den Apennin zum Gleitschirmfliegen zu reisen. Es ist heiß, fast unerträglich heiß und alles brennt um einen herum. Nichts desto trotz haben wir uns in der Sommerpause für eine Woche Richtung Süden gewagt und sind nach einer langen Reise durch die malerische Toskana, die überfüllte Hauptstadt, das vermüllte Lazio und die brennenden Abruzzen endlich in Umbrien angekommen. Das Flugziel numero uno befindet sich direkt an der Grenze zu Marken in den Monti Sibillini: Castelluccio di Norcia.


Status 08/2018.


Castelluccio ist unverändert. Die Rekonstruktion der Stadt ist keinen Millimeter fortgeschritten, es ist scheinbar menschenleer. In der Hochebene kann man wohl noch auf dem bekannten Parkplatz neben der Sibillini Ranch etwas zum Trinken und Essen bekommen. Emiliano organisiert auch weiterhin Ausflüge zu Pferd. Die Straße SP477 von Norcia nach Castelluccio ist geöffnet sowie die Straße von Arquata del Trono SP89. Die Nordroute über SP134 ist weiterhin geschlossen. 


Stand 09/2017.


Zu Beginn waren wir etwas verunsichert, da die Region ab L’Aquila Richtung Norden durch die Erdbeben im letzten Jahr (bzw. erstmal 2009) stark getroffen worden ist. Insbesondere die Fahrt durch Amatrice hat uns gezeigt, wie erschütternd die Lage der Einwohner ist, die in Provisorien leben und nur tatenlos auf die ewige Baustelle schauen können, die ihr Zuhause ist. Der Kern Amatrices, die vielen kleinen Dörfer in der Region, Norcia und auch Castelluccio di Norcia sind aktuell immer noch militärische Sperrgebiete. Die Trümmer werden vor mutmaßlichen Plünderern von Soldaten bewacht und nicht mal die Eigentümer dürfen ihren Grund ohne Sondergenehmigung betreten. Im Gespräch mit den Einheimischen bleiben für uns nach der Reise auch viele Fragen offen: wieso passiert hier nichts, die Zeit scheint still zu stehen? Wieso dürfen die Menschen nicht selbst wieder aus eigener Kraft und Kasse ihre Existenz wiederaufbauen? Wie stark war das Erdbeben wirklich: 8.5 oder wirklich nur 6.3? Wann ist bei dieser staatlichen Trägheit für die betroffenen Individuen endlich ein Licht am Ende des Tunnels zu sehen?

Trotz Trümmerhaufen jedoch wurden wir mit Freude und offenen Armen empfangen. In Castelluccio haben sich die sieben zerstörten Wirtschaften zusammengeschlossen und haben in einem Festzelt eine Gastronomie namens „Noi Sette“ eröffnet. Sie freuen sich über jeden Gast und wünschen sich, dass der Tourismus zurückkehrt. Das bedeutet nämlich, dass der Alltag zurückkehrt und der Neuanfang geschafft ist. Die Karte ist üppig gestaltet von Linsensuppe, über Pasta mit Trüffel und Tiramisu zum Nachtisch. Zum Trinken ist die Auswahl über Aperitives, Wein aus Umbrien oder Bier und dem schwarzen Caffé groß. Zugang zu Toiletten ist frei, WLAN mit exzellentem Empfang ist auch vorhanden. Auf Nachfrage bekommen wir sogar Warmwasser für unseren Duschbeutel. Gigantisch.

Fazit: wer nach Castelluccio möchte, sollte sich durch die Ereignisse im letzten Jahr nicht abschrecken lassen. Die Infrastruktur ist zwar etwas eingeschränkt, aber nichts desto trotz fehlt es einem an nichts. Man wartet eigentlich nur drauf, dass die Leute wieder kommen!


Infrastruktur.


Die derzeit einzige offene Zufahrt zur Hochebene ist die SP477 von Norcia. Der Tunnel von Arquata del Tronto und die SP89, sowie die SP134 Richtung Visso sind derzeit gesperrt. Man munkelt, dass man die SP89 zwar rauffahren kann, aber man beim Runterfahren einen Strafzettel in die Hand gedrückt bekommt. Darauf vertrauen würde ich nicht…Man gelangt somit vom Norden am besten über Perugia und Spoleto über SR320 nach Norcia. Die SP477 wird laut Info der Locals irgendwann Anfang Oktober 2017 wieder für Sanierungsarbeiten der Straße gesperrt. Derzeit sind mehrere Teilabschnitte über Ampeln einspurig geregelt. Wer vor hat in der Zeit nach Castelluccio zu fahren, kann sich gerne mit uns in Verbindung setzen. Wir können dann die aktuelle Lage in Erfahrung bringen. In Castelluccio selbst gibt es nur die Möglichkeit tagsüber Kleinigkeiten einzukaufen und ganztags bis in den späten Abend bei „Noi Sette“ essen zu gehen. In der Ebene bei Sibillini’s Ranch gibt es tagsüber auch eine Bar mit u.a. Panini, frischem Obst, Kuchen und Getränken. Dort gibt es auch Zugang zu Dixitoiletten. Wer auf eine Unterkunft angewiesen ist, kann problemlos auf Norcia ausweichen. Aber nun zum fliegerischen Teil…


Bericht.


Die Landschaft, die sich einem oberhalb des Rifugio Perugia (das derzeit auf Grund von starken Beschädigungen am Gebäude gesperrt ist) eröffnet, ist gigantisch. Goldgelbe Wiesenhänge soweit das Auge reicht. Wie ein Donutkringel erheben sich die Wiesenhügel über das platte Land in der Mitte, von Weitem könnte das auch eine Wüste sein und man fühlt sich wie einer fremden Welt. Wir rollen dann langsam die Ostflanke des Monte Castello Richtung Ebene und machen große Augen. Am Fuße des Hügels schaut man dann auf die ideal-gerade Strada Provinciale di Castelluccio, die auch irgendwo im nirgendwo von Nevada hätte sein können.

Wir sind erst am Abend angekommen, aber trotzdem war es verwunderlich, dass kein Flieger in der Luft zu finden war. Immerhin waren wir in Castelluccio, dem Flieger-Eldorado. Am Parkplatz/Area Camper war die Menschenansammlung ebenfalls überschaubar. Wie es sich herausgestellt hatte, war der Ostwind die Tage einfach zu stark zum Fliegen und auf Grund der unklaren Lage nach den Erdbeben war fliegerisch auch einfach wenig los. Wir fuhren rauf in die Stadt, wo wir im Gastro-Zelt freundlichst empfangen wurden. Eine Linsen- und Graupensuppe, sowie leckerem Nachtisch später, waren wir auch wieder unterwegs in die Evene und hatten die Qual der Wahl, auf welchem Fleck des platten Lands wird nun nächtigen wollten.

Am nächsten Morgen weckte uns ein frecher Hirtenhund und wir fuhren zum Frühstück Richtung Kiesgrube unterhalb des Monte Vettoretto. Es war ein äußerst flauer Westwind zu spüren, wenn überhaupt. Sonst nichts. Nach einem spartanischen Frühstück folgten wir der asphaltierten Straße zur Forca di Presta. Dort kam es fast zu einem Vom Winde verweht, da der Wind aus West mit > 40 km/h den Pass hoch kachelte. Oha, was ist denn das? Typisch für Westlagen ist natürlich der Westwind. Durch die große Ebene und die topographische Form, die zur Forca di Presta hinaufführt, trifft man hier in der Regel ein Vielfaches des Bodenwinds an. Venturieffekt à la carte.

Das heißt erstmal nichts mit Fliegen. Wir spazierten jedoch schnell zum Startplatz, begutachteten die Lage und wurden im Stehen vom Wind gebeutelt. Also erstmal Käffchen trinken. Zurück bei der Bar spürte man nun einen leichte Brise aus Süd und es heizten ab 11 Uhr die ersten Dustdevils durch die Gegend. Ganz wie im wilden Westen. Und zwar nicht im Einzelfall, sondern über einen Zeitraum von zwei Stunden war da schon mehr als ein Dutzend in nächster Nähe zu beobachten und zu spüren. Es haben sich von einer Allgäuer Flugschule ein paar an der Rotonda versucht, aber auch schnell wieder aufgegeben. Laut Franz ist Mittagszeit Siesta. Es wird einfach nicht geflogen. Und wer sich nicht dranhält, bekommt schnell seine Watschen für den Übermut. Wir sind also bei Melone geblieben.

Wir konnte uns in der Zwischenzeit sehr viel mit Franz über das Fliegen in Castelluccio unterhalten und haben unbezahlbare Informationen gesammelt. Zwar kann man überall und in jede Himmelsrichtung starten. Aber man muss wissen, wann man wo sein muss, um überhaupt in die Luft zu kommen! Das erleben wir auch aus erster Hand mit. Ein seltsames Päärchen fortgeschrittenen Alters, die scheinbar eine Flugschule haben sollen und heimlich tuscheln, damit niemand mitbekommt, wo es zu Fliegen plant, fahren den ganzen Tag wie aufgescheuchte Hühner die Straßen rauf und runter. Entweder hatten sie einfach keine Ahnung, keine Ahnung von wo der Wind kommt, oder haben einen zu großen Druck gehabt in die Luft zukommen. Trotz dem ganzen Trubel, zum Fliegen sind sie nicht gekommen. Währenddessen halten wir uns an Franz, der erstmal noch ein paar Gewurzelte rauchen muss und meint „Geduld ist die wichtigste Tugend bei Gleitschirmfliegen in Castelluccio. Der Westwind für den Vettoretto wird schon kommen. Nur keine Eile.“ Wir machen spaßeshalber ein Ausritt mit Gilberto von Sibillini’s Ranch. Sehr netter Mann, lustige Pferde und auch für jedermann eine nette Abwechslung. Gilberto bietet unter anderem auch Trekking auf Pferden an! Einfach Vorbeischauen.

Wir brechen erst gegen 15:30 Uhr Richtung Kiesgrube (auf der linken Seite der Asphaltstraße, die zur Forca di Presta hinaufführt) auf. Während wir gemütlich unsere Kram packen, sausen die zwei Seltsamen und ein Flugsafaribus Richtung Forca di Presta. Franz lacht nur, da er nicht rauffahren muss, um zu wissen, dass dort oben zu viel Wind ist. In einer Hitze, die das Hirn denaturiert, laufen wir also den Westhang des Monte Vettoretto hinauf. Man geht über insgesamt drei Stufen und keinen Schritt weiter. Zu Anfang dachten wir, der Franz hätte einfach keine Lust weiter rauf zu laufen. Aber nein, der alte Mann sollte wieder Recht behalten. Etwa 150 Höhenmeter Aufstieg sind hoch genug, um genug Aufwind zum Soaren zu erwischen, und wenig genug, um bei anstehenden Wind überhaupt noch starten zu können.

Wir sitzen nun also da und Alex erwischt noch eine Brise aus West, die dann aber gegen Ost dreht, so dass er bergauf handln darf. Sehr interessant. Und nun? Eine Stunde Wind aus Ost. Mittlerweile sind uns das Duo und die Flugsafari auch gefolgt und haben sich ein Stück oberhalb von uns in die picksigen Wiesen gesetzt. Ich frage beim Franz vorsichtig nach, ob wir nicht doch auf der falschen Seite des Kessels hocken. „Abwarten. Sobald die Thermik nachlässt, kommt der Westwind durch. Geduld. Der kommt schon noch.“

Also Parawaiting. Die Flugsafari fragt beim Franz auch mal nach, der erklärt es denen auch, während die Außenseiter vor lauter Ungeduld den Berg rauflaufen. Sie wöllten wohl über Croce Zilioli auf die Ostseite und von dort starten. Prinzipiell sei das gut möglich, heute aber sinnlos – laut Franz. Bei Ostwind kann man jedoch von dort morgens auch sehr schöne Flüge machen. Gelandet wird dann in der Passkurve. Wenn man es bei der ersten Serpetine von oben gesehen nicht schafft, hat man noch eine zweite Chance in der zweiten Kurve zu landen. Tiefer ins Tal sollte man sich nicht verfliegen, zudem ist die Straße derzeit gesperrt.

Nach einer Stunde kontinuierlichen Ostwinds machen wir uns auch langsam Gedanken. Franz fragt nach der Uhrzeit: 17:30 Uhr. Ah ja, und er fängt an seine Sachen auszupacken. Und dann hat plötzlich jemand den Westwind angemacht. Auf einen Schlag bläst eine stramme Brise sauber auf West. Kontinuierliche 12 bis 15 km/h. Perfekt. Wir packen unsere Sachen aus. Alex geht als erster in die Luft und macht rasant seine Höhenmeter. Mich hebelt eine kräftige Böe aus und ich starte getwistet, aber zum Glück alles nur halb so wild. In der Luft fliegt mir Alex mit angelegten Ohren entgehen: Nicht über 1800 amsl. Da wird’s knackig.

Ohne großes Zutun geht es die gesamte Flanke des Vettoretto hinauf. Möchte man zum Monte Vettore rüberfliegen, sollte man mit ausreichend Abstand zur Rinne wieder an den Berg fliegen. Sonst kann einen schon mal die Düse verblasen. Am Vettore geht es auch nur nach oben und zwar mit einem Affenzahn. Auf knapp 1900 amsl treffen wir auch auf eine unangenehme Windscherung, also galt es sich tief zu halten. Die Windstärke nahm auch kontinuierlich zu, was bei der nahenden Kaltfront nicht verwunderlich war. Irgendwann war bei mir dann mit 40 km/h Windgeschwindigkeit laut Vario und geringster Vorwärtsfahrt trotz Vorhaltewinkels und Vollbeschleunigung der Punkt erreicht, wo Bodennähe angesagt war. In der Ferne konnten wir auch die Vorboten der Front beobachten, da eine Cumulus sich rasant aufbaute und trotz Vereisung wuchs und wuchs.

Spätestens als Franz zur Landung steuert, suchten wir auch Grund. Die Landung war durch den teils thermischen Aufwind eher sportlich und man hatte Schwierigkeit in Bodennähe sauber Höhe abzubauen, da es einen immer wieder kurz über Grund in die Höhe riss. Am Boden zurück konnten wir die Irren aus der Flugsafari nur beobachten, wie sie regungslos in der Luft standen. Mir ist bis heute nicht klar, ob das gewollt oder einfach nicht gekonnt war. Einen hat es zur Forca di Presta verblasen, während die anderen nacheinander auch begriffen haben, dass es Zeit zum Landen war. Die Flieger-Kombo ist auf der Ostseite gar nicht mehr zum Fliegen gekommen und hat sich danach auch nicht mehr blicken lassen.

Wir bedankten uns nur noch bei Franz für die Einführung ins Fliegen in Castelluccio. Die Windstärke war seines Erachtens schon grenzwertig, aber nichts desto trotz ein schöner Abschluss für unser aller Urlaub! Wir haben den Abend wieder mit Pasta in Castelluccio ausklingen lassen und auf dem Runterweg sogar zwei Zwergohreulen getroffen (eher fast überfahren)! Die Viecher hocken nachts auf der Asphaltstraße und nutzen die Abstrahlwärme bevor es nachts bitterkalt wird. Also immer schön auf Gefiedertes auf der Straße achten. Die Sibillini Berge beheimaten u.a. auch noch ein Wolfsrudel mit aktuell acht Wölfen, die wir (leider) nicht zu Gesicht bekommen haben. Da es sich im Gesamten um einen Nationalpark handelt, ist jeder Besucher darauf hingewiesen sich entsprechend zu verhalten und die Natur zu respektieren!

Fazit: Gigantisches Gebiet (Naturschutzgebiet übrigens!) zum Staunen und zum Fliegen. Im Frühling mit Sicherheit durch die Blütenpracht auch einen Besuch wert, wobei man für’s Fliegen wohl eher ab Anfang September einen Besuch planen sollte.


Informationen.


Wir selbst sind nur am Vettoretto geflogen. Die Informationen zu den restlichen Startplätzen haben wir durch einen Besuch vor Ort und Infos zum Fliegerischem von Franz erhalten. Die Angaben dienen zur Orientierung damit man bei einem ersten Besuch nicht ganz so verloren ist, wie wir es waren. Es handelt sich auch nicht um ein klassischen Hike & Fly Gebiet, somit sind die Infos zum Aufstieg eher mager, da hinfällig.

Das Fliegen in Castelluccio ist nichts für Frühaufsteher, da durch die Lage und den sich bildenden Kaltluftsee in der Regel Nebel am Morgen im Tal ist. Dieser wirft ab 10 Uhr erste Löcher. Morgens soll meistens auch ein Wind aus Ost/Südost kommen. Daher startet der Tag in Castelluccio beim Startplatz Veletta (oberhalb von Castelluccio), wo bis zum letzten Jahr auch viel Schulungsbetrieb war. Von dort sind schöne Flüge über Castelluccio möglich. Wer bitte nicht mit dem Auto, sondern zu Fuß, der Schotterstraße folgt, findet beim Startplatz Fontanile ebenfalls die Möglichkeit gegen S, SW und im Gipfelbereich auch in nördliche Richtung zu starten. Hier kann man auch direkt vom Landeplatz bei Sibillini’s Ranch die Wiese hochlaufen. Oberhalb der ersten Mulde/dem von unten sichtbaren grünen Band wird dann gestartet und soared den Rest. Der Hausbart steht südlich „am Eck“ und ist wohl nicht immer einfach auszudrehen. Man sollte im oberen Bereich des Poggio di Croce auf mögliche Windscherungen achten!


NameLa Veletta
StartrichtungenSO, (NW)
GPS (Berg)42.827826, 13.196154
GPS (Tal)42.805348, 13.196919
Höhe Startplatz [amsl]1480 bis 1600
Höhenunterschied [m]201 bis 321
AufstiegsvariantenMan kann direkt von Castelluccio über die Schotterstraße zu Fuß/wenn es sein muss mit dem Auto zum Veletta oder läuft vom Landeplatz die Wiese hinauf
StartplatzZwischen Castelluccio und dem ersten kleinen Waldstück befindet sich der oft zur Schulung genutzte SO-Hang. Bewegt man sich Richtung Kuppe kann man zusätzlich noch gegen NW starten.
FlughinweiseFür morgendliche Flüge mit wenig Höhenunterschied gut geeignet
LandeplatzBei Sibillini’s Ranch oder in der Ebene.
Talwind am LandeplatzAbhängig von der Tageszeit mit südlichem Einschlag. Thermische Bedingungen erwarten.

NameFontanile/Poggio di Croce
StartrichtungenNO, O, SO, S, SW, W, NW
GPS (Berg)42.817776, 13.178796
GPS (Tal)42.805348, 13.196919
Höhe Startplatz [amsl]1580 bis 1833
Höhenunterschied [m]300 bis 554
AufstiegsvariantenDa ist nicht viel zu sagen: Ziel vor Augen und den Hang hinauf bis der Wind passt. Alternativ gibt es eine Schotterstraße von Castelluccio aus.
StartplatzEs handelt sich um einen gigantischen Grashügel, der im unteren Teil ideale Startbedingungen von SW bis SO bietet. Im oberen Teil kann man fast in jede Himmelsrichtung starten.
FlughinweiseMorgens kann man i.d.R. aus einer der Wiesen unterhalb des Poggio di Croce, wenn der Wind (wie üblich) aus Ost kommt. Im Sommer/warmen Tagen ist es angeraten vor 11 Uhr eine Siesta einzulegen, da sich die Lande/Flugbedingungen sehr sportlich entwickeln können. Obacht vor zahlreichen Dust Devils!
Entscheidet man sich in westliche Richtung zu starten auf mögliche Leesituation achten ggf. nur bei ausreichender Höhe in den Talkessel fliegen.
LandeplatzBei Sibillini’s Ranch steht eine große Windfahne. Ansonsten eignet sich die gesamte Ebene zum Landen.
Talwind am LandeplatzAbhängig von der Tageszeit, Wind auf jeden Fall im Auge behalten.

Bei stärkerem Ostwind kann man auch auf die Ostseite des Honighügels, dem Vorbuckele von Guaidone, fahren. Das ist ein Übungshang, der aber auch hochgesoared werden kann. Im oberen Bereich unterstützt Thermik am Vormittag die Aufwärtsfahrt. Auch hier gilt es auf überregionalen Wind zu achten. Insbesondere wenn Westwind angesagt ist, sollte man den teils unten vorherrschenden Ostwind mit Vorsicht genießen. Die Windscherungen in der Höhe haben wohl für nicht wenig Komplettzerstörer gesorgt.


NameHonighügel/Guaidone
StartrichtungenO
GPS (Berg)42.788971, 13.224243
GPS (Tal)42.787223, 13.235190
Höhe Startplatz [amsl]1440
Höhenunterschied [m]143
Aufstiegsvarianten
StartplatzÜbungshang bei Ostwind – Wiese
FlughinweiseMan kann bei Ostwind vom Honighügel zum Guaidone aufsoaren. Wenn man weiter Höhe macht, muss jedoch auf mögliche Windscherungen achten!
LandeplatzNördlich und östlich unterhalb der Straße gibt es Linsenfelder. Direkt unterhalb des Honighügels sind jedoch nicht bewirtschaftete Felder zum Lande en masse.
Talwind am LandeplatzDa man nur bei Ostwind starten kann…

Bei sauberem SW-Wind lohnt sich gegen Nachmittag der Ausflug zur La Rotonda. Dem dicken Bauch in der flachen Ebene von Castelluccio. Am Fuß des Buckels wird ausgelegt, der Rest hochgehandled oder aufgesoared. Scheinbar kann man hier an guten Tagen bis zu 1000 Höhenmeter machen! Man kann sich auch zum Guaidone vorarbeiten. Zur Mittagszeit ist das Fliegen hier an trockenen jedoch zu vermeiden: Dust Devils. Derzeit ist die Rotonda mangels Flugschule auch stark mit Disteln bewachsen!


NameLa Rotonda
Startrichtungen(W), SW, (S)
GPS (Berg)42.799860, 13.215023
GPS (Tal)42.798795, 13.210459
Höhe Startplatz [amsl]1280 bis 1421
Höhenunterschied [m]Bis zu 140
AufstiegsvariantenKein Aufstieg nötig im Idealfall.
StartplatzIm unteren Bereich des Wiesenhangs aufziehen, hoch handlen. Info: seit den Erdbeben 2016 ist die lokale Flugschule nicht mehr aktiv, demnach haben sich die Disteln stark verbreitet – piekst und macht sich in Galerienleinen nicht gut.
FlughinweiseAm frühen Nachmittag kann man sich am Übungshang gut austoben und hin und wieder auch gescheit aufdrehen. Der Wind steht nur bei SW sauber an. Obacht um Mittag rum entstehen an heißen/trockenen Tagen gefährliche Dust Devils!
LandeplatzSiehe große Ebene vor einem.
Talwind am LandeplatzSüdlich

Wer auf den Monte Vettore laufen will, kann das machen. Macht aber wenig Sinn. Man läuft i. d. R. von der Kiesgrube ein Stück auf den Vettoretto rauf (bis zur dritten Querrippe, nicht höher) und startet sobald der Westwind einsetzt. Dies geschieht erst wenn die Thermik im Tal nachlässt und der Wind bis zur Westflanke vordringt, das heißt ab 17 Uhr kann man sich in die Richtung bewegen. Je höher man den Vettoretto raufgeht, mit desto mehr Wind beim Start muss gerechnet werden. Beim Fliegen soared man bis unterhalb des Vettoretto rauf und quert zum Vettore. Hier gilt es vom Hang wegzufliegen, um nicht in der Rinne verblasen zu werden. Am Vettore kann es dann weiter rauf gehen bis weit über 2500 amsl. Beim Hinflug sollte man auf seine Geschwindigkeit über Grund achten und bei < 10 km/h seine Schlüsse ziehen. Die Landung ist bei Starkwind auch nicht geschenkt, aber bei der Vielzahl von Feldern und Wiesen gut zu meistern. Achtung bei Starkwind, nicht viel weiter südlich als bis zur Kiesgrube fliegen. Der Wind nimmt wegen der entstehenden Düse drastisch zu und ein Rückflug kann dann schwierig werden. Ggf. bei der Forca di Presta top landen!


NameVettoretto
StartrichtungenSW, W, NW
GPS (Berg)42.799973, 13.249072
GPS (Tal)42.798660, 13.245871
Höhe Startplatz [amsl]1550
Höhenunterschied [m]140
Aufstiegsvarianten
StartplatzHinter dem dritten Absatz erreicht man die ideale Höhe. Weiter unten kann es sein, dass man nicht genug Aufwind erwischt. Weiter oben, nimmt die Windstärke stark zu, was das Starten erschwert.
FlughinweiseWarten lohnt, d.h. warten bis die Thermik des Tages nachlässt und der überregionale Westwind ankommt. Obacht, da mit zunehmender Höhe die Windstärke stark zunimmt.
LandeplatzUnterhalb der Kiesgrube. Thermische bzw. windige Bedingungen beachten.
Talwind am LandeplatzWestlich, wenn bei West gestartet…

Bei W/NW-Lagen mit schwachem Wind lädt die Forca di Presta zu schönen Flügen ein. Der Startplatz ist großzügig und Toplanden ist kein Problem. Hier ist jedoch wie gesagt der Starkwind eine imminente Gefahr.


NameForca di Presta
StartrichtungenW, NW, N
GPS (Berg)42.785041, 13.251542
GPS (Tal)42.798695, 13.245680
Höhe Startplatz [amsl]1614
Höhenunterschied [m]240
AufstiegsvariantenParallel zur Straße verläuft ein Pfad. Vom Pass hält man sich südlich Richtung Rifugio degli Alpini und folgt der Schotterabzweigung. Nicht Wenige heizen hier mit dem Auto auch bis zum Startplatz…es dürfte aber nicht allzu viel Aufwand sein, das Auto am Parkplatz stehen zu lassen und das letzte Stück per piedi zu schaffen.
StartplatzEs ist ein flaches Wiesenplateau, dass in westliche Richtung flacher abfällt.
FlughinweiseMan beachte den Venturieffekt! Hat es in der Ebene einen 10er Wind, so vervielfacht sich der Westwind hier gerne mal. Unachtsame Flieger verbläst es hier gerne auch mal hierher, wo wir dann wieder beim Not-Top wären, um nicht komplett im Lee abmontiert zu werden.
LandeplatzWiesen unterhalb der Kiesgrube (Windfähnchen sind an so gut wieder Straßenbegrenzung angebracht) oder Top.
Talwind am LandeplatzWenn hier geflogen wird, dann schießt der Talwind aus West den Hang hoch. Das Plateau oberhalb der Forca die Presta bietet sich auch sehr gut für Toplandungen an.

Falls der Wind im Castelluccio-Kessel zu stark ist, kann man auf die Hänge oberhalb von Norcia ausweichen, da der Wind hier in der Regel etwas abschwächt. Entweder startet man bei SW/W direkt beim Rifugio Perugia oder geht ein Stück den Monte Ventosole hinauf. Das Aufsteigen hat den Vorteil, dass man Toplanden kann, falls man keinen Höhe schafft. Das Toplanden sei wohl unproblematisch, da u.a. die Flugschule gerne vom Ventosole schult. Bei einem Westeinschlag lohnt es auch bis zum Reflektor weiter zu gehen, da man sich dann direkt im Aufwind befindet. Hier aber aufpassen und sich nicht in den Kessel nördlich versetzen lassen – böse Leesituation. Für Gehfaule und vorhersehbarem Wind zum Soaren kann man auch oberhalb der Passstraße vom San Pellegrino starten. Landungen entweder top beim Rifugio oder südwestlich von San Pellegrino im Tal.


NameRifugio Perugia/Ventosola/Reflettore
StartrichtungenS, SW/S, SW/S, SW, W
GPS (Berg)1. 42.767978, 13.177679
2. 42.774261, 13.169925
3. 42.781118, 13.160663
GPS (Tal)42.767587, 13.181186
Höhe Startplatz [amsl]1500 bis 1700
Höhenunterschied [m]0 bis 200
AufstiegsvariantenIm Idealfall parkt man beim Rifugio Perugia und läuft zur Wiese, die sich oberhalb befindet. Falls die Absaufgefahr zu groß ist, folgt man besser der Schotterpiste Richtung Monte Ventosola, von wo man dann im worst case zur Landemulde oberhalb des Rifugio abgleiten kann. Folgt man der Hügellandschaft weiter Richtung Nordwesten gelangt man nach einer halben Stunde Marsch zum Monte Calarelle, der durch einen großen Reflektor gekennzeichnet ist. Wer hier absäuft, landet vemutlich im Tal.
StartplatzWiese, Wiese, Wiese
FlughinweiseVom Rifugio und Ventosola lassen sich am Abend bei SW-Wind schöne Flüge, thermisch als auch im Aufwind, absolvieren. Ist der Westwind im Talkessel Castelluccio zu stark, so kann man davon ausgehen, dass es am Reflettore etwas weniger bläst und man dennoch gut bis in die Abendstunden soaren kann.
LandeplatzOberhalb des Rifugio Perugia gibt es einige Mulden, die man problemlos anfliegen kann. Ansonsten stehen Landeplätze bei San Pellegrino zur Verfügung.
Talwind am LandeplatzBeim Toplanden sind thermische Bedingungen zu erwarten, auf Leesituation achten.

NameSan Pellegrino
StartrichtungenSW, W
GPS (Berg)42.765540, 13.165312
GPS (Tal)42.755691, 13.142588
Höhe Startplatz [amsl]1350
Höhenunterschied [m]582
AufstiegsvariantenAuch hier gibt es bis auf die Straße keine sinnvollen Aufstiegsvarianten.
StartplatzMan startet von einer der tieferen Wiesen auf der südwestlich ausgerichteten Rippe des Monte Ventosole. Man kann bei passendem Wind Richtung Gipfel aufsoaren und dort auch toplanden.
FlughinweiseIst der Westwind im Castelluccio-Kessel zu stark stehen die Chancen gut, dass man auswärts im Norcia-Tal einen schönen Abendflug absolvieren kann.
LandeplatzWiesen südwestlich von San Pellegrino di Norcia
Talwind am LandeplatzWestlich

Eine Alternative am Abend bietet sich noch am Monte Serra. Hierzu muss man der SP477 zur Forca Canapine folgen und dann westwärts laufen, um auf der Westflanke des Bergs zu starten. Hier kann man scheinbar bis zum Sonnenuntergang fliegen, wir selbst haben es wie gesagt, aber nicht probiert.


NameMonte Serra
StartrichtungenS, SW
GPS (Berg)42.740100, 13.178068
GPS (Tal)42.755691, 13.142588
Höhe Startplatz [amsl]1703
Höhenunterschied [m]939
AufstiegsvariantenEntweder schlägt man sich von San Pellegrino mangels Wanderwege wild durch das Gebüsch oder parkt mit dem Auto bei der Forca Canapine und läuft von Osten über den Monte Serra auf die Westseite.
Startplatz Wiesenstartplatz soweit das Auge reicht.
FlughinweiseAm späten Nachmittag reicht es bei WSW-Wind aus von San Pellegrino auf etwa 1450 amsl hoch zu laufen. Den Rest kann man in der Regel aufsoaren.
LandeplatzWiesen südwestlich von San Pellegrino di Norcia
Talwind am LandeplatzWestlich


Bildergalerie.