Gemona am Tagliamento.

 

 

Auf den Weg nach Osten sind wir in Gemona, besser gesagt auf der anderen Seite deren Ufers, gelandet. Und es war schön. Also nicht, dass Gemona selbst, schön sei. Nein, das kann man so nicht sagen. Aber die umliegenden Berge und das Potential für exzellente Hike & Fly ist grenzenlos!

Wir haben uns direkt am Tagliamento stationiert und wollten von dort aus starten. Auf der Westseite des Flusses gibt es den Startplatz San Simeone, der auch per PKW über mindestens eine Million Serpentinen erreichbar ist. Wir hingegen sind zum Vorbuckele Monte Brancot gestartet. Im Ort Braulins parkt man am besten direkt am Flussbett und läuft Richtung Castello di Bragolino. Auf dem Weg kann man auch einen Abstecher zur wunderbar restaurierten Chiesa di San Michele die Pagani machen, wobei man diese auch aus der Luft aus bewundern kann.

Wir hatte es wegen einer hohen Labilität und imminenten Gewittergefahr eilig, also ging es schnurstracks durch den Wald den Berg hinauf. Unterwegs trafen wir zwei ältere Herren beim Abstieg, die uns um 9 Uhr darauf aufmerksam machten, dass wir spät dran seien. Es würde gleich sehr sehr heiß werden. Und sie hatten recht, aber zum Glück ist der Mensch im Stande zu Schwitzen. Kurz nach 10 Uhr standen wir am Startplatz und beobachteten die ersten Cumuli bei ihrer Entstehung. Die Aussicht auf den Tagliamento ist phantastisch.

Der Startplatz ist OSO ausgerichtet, starten bis Süd ist machbar und der Wind stand schon sauber an. Die Wiese ist steil und nicht lang, d.h. man sollte im Rückwärtsstart geübt sein, da es wenig Korrekturmöglichkeiten gibt. Es gibt zwar weiter nordöstlich eine längere jedoch noch steilere Wiese, die auf Ost ausgerichtet ist, aber ob das einfacher gewesen wäre…ich weiß ja nicht.

Auf Grund der leichten Brise war der Start reibungslos und in der Luft zog es direkt in die Luft. Trotz früher Stunde ging es ganz schön ab und vom Monte Brancot findet man leicht Anschluss um zum San Simeone bzw. Weiter die Richtung Meduno zu fliegen. Die Landung ist ab Mai (durch den niedrigen Wasserstand) im Flussbett des Tagliamento zu empfehlen. Südlich der PKW-Brücke ist der Schotter um einiges feiner als in der Nähe des Parkplatzes, aber beides ist möglich. Hier der Hinweis, dass man in der Luft bereits Südwind hat, etwa 150 m über Grund jedoch noch Nordwind herrscht. D.h. Landungen vor 12 Uhr sind meistens gegen Nord und man hat eine Windscherung im Bereich 100 bis 250 m über Grund. Alles halb so tragisch, wenn man es denn weiß.

Fazit: strammer Aufstieg mit herrlicher Aussicht auf das breite Flussbett des kristallblauen Tagliamento. Laufnähe zum San Simeone und Gemona, wegen der östlichen Ausrichtung perfekt für Morgenflüge.


Informationen.


NameMonte Brancot
GruppeJulische Voralpen
RegionSüdliche Ostalpen
StartrichtungenSO, S
TalortBraulis bei Gemona
GPS (Berg)46.295862, 13.082356
GPS (Tal)46.280341 13.086216
Höhe Startplatz [amsl]987
Höhenunterschied [m]789
AufstiegsvariantenMan folgt dem Sentiero del Brancot (837), der entweder an der Chiesa di San Michele vorbeiführt oder auf direktem Weg Richtung Gipfel. Keine Verlaufmöglichkeiten.
StartplatzDirekt am Gipfelkreuz, steile kurze Wiese - mit wenig Wind oder als Vorwärtsstart anspruchsvoll.
FlughinweiseWindscherung zur Mittagszeit, starke Thermik im Frühjahr / Sommer
LandeplatzLandung ebenfalls am offiziellen San Simeone LP möglich - hier jedoch längerer Laufweg. Sonst Landung im Flussbett des Tagliamento empfohlen. Im südlicheren Teil hinter der ersten PKW-Brücke gibt es großzügige Flächen mich feinerem Kies.
Talwind am LandeplatzBis ca. 11 Uhr herrscht im Sommer Nordwind, ab mittags kommt der Südwind


Bildergalerie.



Kartenmaterial zum Nachhiken.