15/08/2017. Monte Avena. Vette Feltrine. Belluneser Dolomiten. 1421 amsl.

 

Wiedersehen mit Freu(n)de(n).

 

 
Da sind wir wieder. Feltre haben wir zum ersten Mal bei einer unserer MTB-Transalps mit Ziel Bassano del Grappa/Venedig besucht und uns direkt in das Städtchen verguckt. Diesmal waren wir nach einem Abstecher zum Monte Dolada mit den Schirmen unterwegs und wollten uns den Worldcup-Buckel Monte Avena näher anschauen.

Letztes Jahr haben wir eine tolle Bekanntschaft mit Diego und Co beim Ausflug zum Monte Serva bei Belluno gemacht. Daher fragten wir natürlich nach, ob jemand Lust und Zeit hätte uns zum Monte Avena zu begleiten. Da Roberto mit neuem Nachwuchs viel um die Ohren hat, blieb er daheim, aber Diego war natürlich am Start. So wie es in Italien üblich ist, verabredeten wir uns auf „in der Frühe“, was wie es scheint für jeden was Anderes ist. Nach einiger Warterei, Verwirrung und Durcheinander waren wir also irgendwann zu Dritt gegen 10 Uhr unterwegs Richtung Jumbo-Startplatz Avena.

Wir haben zuvor am Landeplatz südlich von Pedavena in der Nähe der Brauerei übernachtet und mussten zuerst einem Schotterweg bzw. der Asphaltstraße über Teven nach Travàgola folgen. Bis Facen ist der Weg ziemlich flach und bis zur ersten merkbaren Steigung hat man bereits 3 km Weg hinter sich. Diego fing bereits an nach Landewiesen zu suchen, denn er war sich langsam nicht mehr sicher, ob er es mit seinem Speedflyer zum offiziellen Landeplatz schafft. Die Luftlinie beträgt ca. 4 km.

Die Hitze war bereits um 11 Uhr abartig, so dass uns das Wasser von den Köpfen in Strömen floss und wir mit Trinken nicht hinterher kamen. Bei knapp 35 °C waren wir also heilfroh in den Wald zu kommen, so dass wir wenigstens vor der direkten Sonneneinstrahlung geschützt waren. Zu Beginn folgt man einer verwachsenen Forststraße, die sehr schnell zu einem schmalen Pfad wird. Dieser führt zwischen Kiefer- und Buchenwald zum Großteil steil bergauf.

Es gibt immer wieder Beschilderung, wobei man sich am Sentiero Susanna orientieren muss. Auf etwa 900 amsl erreicht man dann den Aussichtspunkt bei der Kapelle Santa Susanna, wobei wir bei der Hitze nicht außerhalb des Waldes verweilen wollten. Da uns auch wieder die Zeit im Nacken saß, auf Grund der Heimfahrt am selben Tag, wollten wir auch nicht allzu lange trödeln.

Ein kurze Stück hinter der Kapelle verliert sich leider der Weg, so dass wir mehr oder weniger querfeldein auf teilweise stärker verwachsenen Trampelpfaden unterwegs waren. Unter Umständen gibt es zu dem von uns gewählten Weg noch Alternativen, jedoch wollten wir größere Umwege vermeiden und hätten ad hoc auch nicht gewusst wolang. Irgendwann kommt jedoch zum Glück die Zivilisation in Form von kleinen Ferienhäusern im Tiny-Home-Style. Von dort ist es auch nicht mehr weit zum Ziel.

Gefühlt komplett dehydriert, erreichten wir nach weniger als 2,5 Stunden die Hochebene und gönnten uns beim Rifugio Campet etwas Kaltes zu trinken. Gestärkt begutachteten wir den riesigen Startplatz, der sich flach abfallend, ohne Hindernisse mit einer Größe für bis zu 100 Gleitschirme präsentiert. Gigantisch und total entspannt. Es gibt sogar die Möglichkeit an guten Flugtagen an einer Tageswertung teilzunehmen und eine Kleinigkeit zu gewinnen – und es verlangt niemand eine Flycard. Direkt hinter dem Startplatz sind jede Menge Wiesenflächen für hindernisloses und weitgehend unkompliziertes Toplanding vorhanden. Wir befanden uns am S/SO-Startplatz, wobei der Wind stramm aus Süd wehte. Etwa einen Kilometer westlich kann man auch gegen S/SW starten. Wind und Wetter kann man immer aktuell beim Para & Delta Club Feltre A.S.D. nachschauen.

Wir packten somit unsere Gleitschirme aus und Diego war zu Anfang etwas skeptisch, da der Startplatz wirklich alles andere als steil ist. Zwar steht der Wind gut an, aber die Baumreihe unterhalb könnte für seinen 9 qm zu einem Verhängnis werden. Nach einiger Überlegung entschied er sich aber doch zu starten und war in 3, 2, 1 – weg. Wir hingegen ließen uns beim Start etwas Zeit, da die Bedingungen perfekt für ein wenig Handling waren.

Der Landeplatz selbst ist vom Startplatz nicht direkt einsehbar, aber sobald man in der Luft ist, reicht es sich an der großen Brauerei zu orientieren. Der Landeplatz befindet sich bei einem Sportgelände, ist höher gelegen und sehr groß, so dass eine Landung bei allen möglichen Windbedingungen möglich ist. Bei thermischen Bedingungen kommt teilweise aus allen Richtungen ein Lüftchen hoch, so dass eine Landung mittig der Wiese von Vorteil ist. In der Regel kann man jedoch von einem Talwind aus Nordost/Ost ausgehen.

Fazit: Der Aufstieg zum Monte Avena zieht einem mit Sicherheit nicht die Schuhe aus, aber das Fluggebiet bietet für Anfänger bis hin zum Profi alles was das Herz begehrt. Man kann ohne Probleme von Feltre über Croce d’Aune (ca. 15 km) mit dem PKW zum Startplatz fahren und dann easypeasy auf dem Jumbo-Toplandeplatz landen. Im Sommer kann es hier je nach Bedingungen auch zur Ausbildung von Dust-Devils kommen! Neben der Birreria Pedavena lohnt sich ein kulnarischer Ausflug in die Osteria Del Belvitore!


Informationen.


NameMonte Avena
GruppeGruppo Vette Feltrine
RegionBelluneser Dolomitten
StartrichtungenSO, S, SW
TalortPedavena
GPS (Berg)46.029501, 11.826375
GPS (Tal)46.030182, 11.879391
Höhe Startplatz [amsl]1421
Höhenunterschied [m]1096
AufstiegsvariantenVom Landeplatz geht es auf Schotter/Asphaltstraßen zum Fuße des Monte Avena bei Facen. Von dort orientiert man sich am Sentiero Susanna und danach folgt man den „vorhandenen“ Trampelpfaden bergauf. Alternativ bietet es sich an mit dem PKW zum Startplatz zu fahren und top zu landen.
StartplatzRiesiger Wiesenstartplatz mit entspannter Neigung ohne Hindernisse.
FlughinweiseIn der Regel gibt es keine bekannten Turbulenzen. Bei Nordlage ist Fliegen tabu.
LandeplatzHöher gelegenes großzügiges Wiesenplateau.
Talwind am LandeplatzNordost/Ost


Bildergalerie.



Kartenmaterial zum Nachhiken.


By | 2018-04-05T21:15:05+00:00 September 17th, 2017|Bassano, Dolomiten, Hike&Fly, Italien|0 Comments
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