10 Dinge, die man bei einer Reise nach Nepal wissen wollen sollte.

 

 1. Wann reist man am besten nach Nepal: Klime und Reisezeiten


In den Monaten Juni bis September bestimmt der Sommermonsun das Klima in Nepal, d.h. es regnet sehr viel. Die Post-Monsunzeit, also im Oktober und November, eignet sich somit am besten für Trekking und Hochtouren, da es wenig Niederschlag gibt, es in der Regel noch angenehm warm und die Fernsicht ist zu der Jahreszeit besonders gut. Bis Anfang November kann die Wolkenbildung in den Bergen zum Abend teilweise noch sehr stark sein, so dass die Berge nur bis zum Vormittag frei sind und sich am Abend komplett in den Wolken verstecken.

Im Frühjahr hingegen kommen insbesondere Freunde der Flora auf ihre Kosten, da es meist sonnig und gut temperiert ist, während der Himalaya in die Farbenpracht des Rhododendrons getaucht ist. Wer im Februar bis April unterwegs ist, sollte jedoch nur mit zusätzlicher Winterausrüstung über 4.000 amsl gehen.

Beste Reisezeit für Trekking bis 4.000 amsl: Oktober bis Anfang Dezember, April

Beste Reizeit für Trekking/Bergsteigen über 4.000 amsl: Mitte Oktober bis November, Februar bis April

Beste Reisezeit für Gleitschirmfliegen (greenhorn-mode): Mitte Oktober bis Mitte Dezember

Beste Reisezeit für Gleitschirmfliegen (hardcore-mode): Mitte Februar bis Mitte April


2. Allein, zu zweit oder mit Reisegruppe?


Das hängt ganz von einem selbst ab, aber es ist alles möglich und empfehlenswert! Bei einer geführten Tour, die man über eine westliche Organisation bucht, bekommt man i. d. R. einen Guide mit entsprechender Sprachkompetenz, durchorganisierte Etappen (inkl. Übernachtung und Vollpension) und einen Porter, der einem ca. 15 kg Gepäck abnimmt. Dafür läuft man in einer bunten Truppe von bis zu 12 Personen, was gut, aber auch nicht gut sein kann. Hängt ganz von eurer sozialen Kompetenz oder Geduld bei gegenüberstehender Inkompetenz anderer Gruppenteilnehmer ab. Zudem muss man hier mit etwa doppelt so hohen Kosten rechnen, im Vergleich zu einer selbstorganisierten Tour. Ihr müsst euch eigentlich, um nichts kümmern, aber seid gleichzeitig absolut unflexibel und abhängig vom Tourprogramm. Für uns wäre das nix, weil auf dem Annapurna-Trek, die Etappen je nach Belieben gekürzt oder verlängert werden können und wir unseren Ballast auch gerne selbst schleppen wollten (Bewusstes Packen ist das Stichwort!).

Man kann jedoch auch nach Kathmandu/Pokhara fliegen und sich vor einen kompetenten Guide finden, der einen auf dem den Annapurna-Trek begleitet. Je nachdem, werden Porter angeheuert. Hier ist der Vorteil, dass das Geld zu 100 % in Nepal bleibt, man ggf. nach Sympathie entscheiden kann. Der Guide selbst kann unter Umständen Hintergrundinfos über die Region liefern kann, auf Symptome der Höhenkrankheit reagieren oder einfach ein nette Begleiter sein. Der Nachteil ist, dass man einen halben Tag Zeit vor Ort einplanen muss (wobei man hier bereits Stadt, Land und Leute kennen lernt) oder der Guide am Ende auch kein Wort rausbringt, da das Desinteresse am “Kunden” nicht größer sein könnte. Es gibt mittlerweile auch weibliche nepalische Guides, die das Konzept von Frauen für Frauen verfolgen – wem das z.B. wichtig ist.

Option 3 ist, dass man daheim die Etappenanzahl grob plant (siehe Erfahrungsberichte) und sich in Pokhara für 350 NRP eine Karte der Auflösung 150000:1 kauft. Danach einfach loslaufen. Die Karte braucht man am Ende aber auch nicht, da wir primär mit der App maps.me navigiert haben – um zu wissen, wie weit es zur nächsten Siedlung ist. Die Infrastruktur auf dem Annapurna-Trek ist so ausgebaut, dass man spätestens alle zwei Stunden eine Lodge findet. Zudem kannst du dir aussuchen, wo du übernachtest (die Guides haben natürlich die Deals zum eigenen Vorteil ausgehandelt). In dem Tal kann man sich auch auf Teufel komm raus nicht verlaufen. Breite ausgetretene Pfade, die nicht unerhebliche Menge an trekkenden Menschen und die fetten weiß-roten Markierungen, gestalten die Wegfindung einfach. Ein bisschen Sinn für Abenteuer sollte man jedoch haben, der englischen Sprache mächtig sein und gewisses Verhandlungsgeschick besitzen.

Gleiches gilt übrigens auch für das Fliegen. Man kann getrost ohne Flugsafari zum Gleitschirmfliegen nach Nepal fahren und sich bei Bedarf vor Ort an die Flugschule wenden – sinnvoll bei ParaTrekking. Ein besonderer Tipp ist: fahrt als erstes für einige Tage nach Sirkot zu Babu Sunuwar (Babu Adventure School). Das Gebiet bietet alles, angefangen vom Anfänger-Flugtraining bis hin zum Streckenflug im wilden Andhi-Khola-Tal. Alles unter der Aufsicht und in Begleitung von erfahrenen Piloten in super Atmosphäre.


3. Muss ich für den Notfall ein Zelt/Trockenfutter mitnehmen?


Nö. Der gesamte Annapurna Circuit oder Poon Hill Circuit ist gesäumt von kleinen Dörfern oder vereinzelten Kiosken am Wegesrand. Mittlerweile lebt eine Vielzahl der Einheimischen auch vom Tourismus, somit kann man eigentlich in jeder Ortschaft Kost und Logis erhalten – in den s.g. Lodges oder Guest Houses. Zusätzlich gibt es unzählige kleine Shops, in denen man sich mit Proviant eindecken kann. Hier der Hinweis: an strategischen Knotenpunkten (Bhulbhule, Chame, Manang, Jhomsom) ist es günstiger, je weiter man sich davon entfernt/höher kommt, wird es teurer.

Auf dem Annapurna Circuit kann man bis auf dem Tilicho Lake Side Trek und dem Thorung Base Camp die Unterkunft verhandeln, das bedeutet Logis for free und man isst Abendbrot sowie Frühstück vor Ort (keine Sorge, da haben wir in Italien schon günstiger gegessen). Ansonsten kostet ein Doppelzimmer im Thorung Base Camp 200 NRP und im Tilicho Lake Base Camp 800 NRP. Im letzteren sollte man in der Hochsaison 2-3 Tage vorab telefonisch reservieren, da man ansonsten mit 50 anderen Touristen im Speisesaal auf dem Boden übernachten muss (80 % der Besucher des Sidetreks sind tatsächlich nepalesische Touristen).

Wenn man jedoch abseits der Standardrouten unterwegs sein will, musst man erstmal die Permitlage checken (z.B. Upper Mustang Permit oder Jhomsom-Trek -Abstieg vom Tilicho See nach Jhomsom) und ggf. Proviant/Zelt für einige Tage parat haben, sofern keine Siedlungen anvisiert werden können. Da kann man immer nach einem Homestay fragen und wird gegen einen Unkostenbeitrag freundlich zu Hause willkommen geheißen.


4. Brauche ich Wanderstiefel oder reichen die Flip-Flops?


Mit Sicherheit ist das nicht der erste Bericht den ihr lest und unter Umständen wird es der erste sein, der zu einfachen Traillaufschuhen rät. Davon ausgehend, dass jeder der im Himalaya trekken will, auch in den heimischen Alpen unterwegs ist und halbwegs gedehnte Bänder des Sprunggelenks besitzt, reichen für die regulären Treks Bergsportschuhe, wie ein Salomon Speedcross, allemal. Wer zum Ende der Saison unterwegs ist, könnte sich überlegen noch kurze Gamaschen mitzunehmen – ich würd’s lassen. Die Wege sind in der Regel sandige Wanderpfade oder bestehen in der Annapurna-Region tatsächlich aus Steintreppen. In höheren Lagen (> 5000 amsl) kann es schon mal ein Geröllhang werden, der jedoch so ausgetreten ist, dass man ebenfalls getrost auf schwere Stiefel verzichten kann. Wir hatte Anfang November keinen Schnee am Pass, es hat die Tage darauf leicht geschneit, aber das hätte das Kraut auch nicht fett gemacht. Tut euch den gefallen und spart das Gewicht am Schuh! Sportschuhe sind leicht, gut zu lüften und zum Trocknen. Wer Angst vor Kälte hat, muss unbedingt wasserdichte SealSkinz-Socken mitnehmen.

Wer dennoch nicht auf Wanderstiefel verzichten mag, der soll zum Trekken höchsten mittelharte, knöchelhohe Stiefel mitnehmen. Wenn die jedoch mal nass werden, dann viel Spaß!

Achso, und FlipFlops oder ähnliches Gummizeug auch auf jeden Fall mitnehmen. Eure Füße werden es Euch am Abend danken und nach dem ersten Blick in eine Dusche auf dem Trek werdet ihr das Extragepäck es nicht mehr bereuen. Wir haben tatsächlich auch Leute mit schönen massiven Filzhausschuhen gesehen. Ein typisches Zeichen für “nicht-bewusstes Packen” – nach dem Motto, ich muss es ja nicht selber schleppen…


5. Wie kalt wird es eigentlich? (Daunenjacke, Schlafsack)?


Je nachdem wo man in Nepal unterwegs ist. Wer eher eine Kulturreise unternimmt und sich somit immer < 2.000 amsl bewegt, braucht keine richtig warmen Klamotten in den Hauptreisezeiten. Für den Annapurna Trek oder für alle die > 2.500 amsl unterwegs sind, ist eine dünne Daunenjacke ein Must-Have. In Nepal muss man sich vor allem auf enorme Temperaturdifferenzen innerhalb von Tag und Nacht vorbereiten, da tagsüber T-Shirtwetter angesagt sein kann, während die Temperatur nachts auch gerne mal auf – 10 °C geht bzw. eiskalter Wind euch das Mark in den Knochen gefrieren lässt. Am besten viele einzelne Lagen, eine dünne Daune als wärmende Isolationsschicht und eine wind-/wasserdichte Jacke als Outer-Layer dabeihaben – Zwiebeln.

Wer nicht > 3.000 amsl geht, kann sich notfalls mit einem Hüttenschlafsack begnügen. Die Zimmer sind in der Regel mit einem Bettlaken und bezogenen Kopfkissen (dass diese täglich gewechselt werden, bezweifle ich) und einer zusätzlichen dicken Decke ausgestattet. Aus hygienischen Gründen würde ich immer wieder auf meinen Schlafsack zurückgreifen (600er Daune) und habe mich > 3.500 amsl zusätzlich mit der vorhandenen Decke zugedeckt. > 4.500 amsl haben wir teilweise noch einiges an Klamotten anbehalten, um nicht zu frieren. Die Häuser sind weder beheizt und noch isoliert! Mit ein wenig Glück, gibt es einen Aufenthaltsraum, der auf Wunsch befeuert wird. Hier wieder der Hinweis: beheizt wird nur auf Wunsch des Touristen. Im Himalaya bewegt man sich sehr schnell oberhalb der Baumgrenze – B – A- U – M – Grenze…Nicht ohne Grund stehen die Hänge leer.


6. Wie viel Geld muss ich mitnehmen und in welcher Währung?


Wie bereits erwähnt, kostet die Übernachtung i.d.R. nichts, sofern man in der Unterkunft Abendessen und Frühstück konsumiert. Ansonsten ist die Übernachtung finanziell nicht ausschlaggebend (z.B. im Tilicho Base Camp 800 NRP/2 Personen, Thorung Base Camp 200 NRP/2 Personen, Pokhara 700 bis 1500 NRP/2 Personen, Kathmandu 2200-3500 NRP/2 Personen – alles Budgetunterkünfte). Wir haben auf dem Trek im Schnitt mit 4000 bis 4500 NRP pro Tag für 2 Personen gerechnet (also ca. 40 Euro), d.h. Frühstück (Eier, Chapati, Tee), Mittag (Suppe und Tee), Abendessen (Gericht, viel Tee, vielleicht Nachtisch) und Snacks für zwischendurch (Wasser, Cracker, Kekse, Riegel, Früchte). Die Aufenthalte in Timang, auf dem Tilicho Side Trek und Muktinath waren um einiges teurer als der Durchschnitt, während Bhrathang und Uppe Pisang günstiger waren. Wir haben uns jedoch wirklich viel Geld gespart, in dem wir in den höheren Lagen eigene Teebeutel mit hatten (letztes Mal gesehen in Chame, danach gibt es keine mehr zu kaufen) und nur Kannen heißes Wasser bestellt haben (im Thorung Base Camp kosten 1.5 Liter heißes Wasser 900 NRP, schwarzer Tee 1400 NRP und fancy Ginger Tee 2000 NRP).

Die Permits für die Annapurna Conservation Area kosten 2000 NRP, der TIMS-Wanderpass (obligatorisch!) ebenfalls 2000 NRP. Das Flying Permit für 15 Tage kostet inkl. Steuer inkl. Serviegebühr 6500 NRP. Eine Taxifahrt vom Pokhara Airport nach Lakeside sollte beim buddhistischen Fahrer max. 500 NRP und bei Hindus ab 800 NRP kosten. Man kann auch einen Localbus für 30 NRP nehmen – einfach bei den Einheimischen durchfragen. Abendessen in Pokhara kostet für zwei Personen inkl. Getränke schon mal 3000 NRP, da ein Bier im Lokal bis zu 500 NRP aufpreist. Am Ende der Lakeside gibt es auch Shops, die San Miguel für 260 NRP verkaufen. Mandarinen kosten unterwegs 80 NRP/kg, in Pokhara rufen die Händlerinnen 200 NRP – zahlen müsst ihr am Ende 100 bis 120 NRP. Ein Bounty/Mars kostet mind. 90 NRP bis zu 150 NRP in Pokhara, auf dem Trek teilweise sogar 200 NRP. Eine Flasche Wasser zwischen 25 bis 50 NRP, Auffüllen eigener Flaschen an Safedrinking-Waterstations zwischen 40 und 80 NRP. Mountainbikes ausleihen kostet zwischen 1500 und 3000 oder bis zu 5000 NRP pro Tag je nach Ausstattung und westlichem Einfluss des Unternehmens. Tandemflüge fangen bei 7500 bis 9000 NRP/30 Minuten Flugdauer an. Überall ist massives Feilschen angesagt.

Es ist zu empfehlen in ganz Nepal immer in NRP zu zahlen, da man sonst einen grottigen Preis (USD) zahlen muss. Bankautomaten gibt es auch nur in den Metropolen (Kathmandu, Pokhara, ggf. Jhomsom und Tatopani)! Auf dem Trek gibt es sonst keine Möglichkeit an Bargeld zu kommen.

Am besten fährt man mit einer beruhigenden Menge Bargeld (in Euro) nach Nepal (notfalls gibt es Wechselstuben) und sucht den erstbesten Bankomaten auf. Hier findet ihr in der Regel 4 – 15 Bankautomaten in einem kleinen Kabuff, wovon 1 bis 2 Stück tatsächlich Bargeld herausgeben. Es ist etwas wie Hau-den-Lukas. Nehmt euch auch die Telefonnummer zum Entsperren eurer Kreditkarten mit, da unsere Bank z.B. gedacht hatte, wir würden nicht autorisierte Abbuchungen aus Nepal haben. Je nach Anbieter kann man 15.000 bis 30.000 NRP auf einen Schlag abheben, jede Abhebung kostet 500 NRP von nepalesischer Seite. Wir sind bei der DKB, somit ist die Abhebung mit der Kreditkarte von der Seite kostenfrei gewesen.


7. Welche bürokratischen Bürden erwarten mich?


Visum, Trekkingpermits und ggf. Paragliding Permits und auch Versicherungen. Wenn ihr mit einer westlichen Organisation unterwegs seid, dann organisieren die meistens alle notwendigen Permits und das Visum. Alles selbst zu organisieren ist auch kein Problem und kostet höchstens etwas Zeit vor Ort – es ist aber alles halb so wild.

Die Visa habe ich im Konsulat von München abstempeln lassen. In dem Fall zahlt man je Visum 5 Euro zusätzliche Bearbeitungsgebühr, aber dafür mussten wir nicht am Flughafen in Kathmandu 2 Stunden in der Schlange stehen. Als europäischer Staatsbürger kann man auch mit ausreichend Passfotos am Flughafen das Visum erwerben. Hier sollte man vorab seine Reise schlau planen, da die Visa nur für 15 oder 30 Tage ausgestellt werden. Wir hatten genau 30 Tage Aufenthalt zzgl. 2 Reisetage. Leider hat der Herr am Flughafen beim Stempeln nicht richtig bis 30 zählen können und hat uns um einen Tag geprellt – wir mussten zeitaufwendig in Pokhara unser Visum für Geld verlängern…Checkt die im Visum vermerkten Ankunfts-/Abreisedaten!

Wir sind um 8.30 Uhr in Pokhara angekommen, haben im Hotel eingecheckt und sind direkt zum Tourist Center gefahren – die Adressen gibt’s hier. Dort gibt es sowohl den Annapurna Conservation Area Permit als auch die TIMS-Card. Das Flight Permit holt ihr euch am besten bei Babu Adventures bzw. BlueSkyParagliding – in der Früh hingehen und am Nachmittag dürft ihr bereits offiziell fliegen. Hier unbedingt vorab alle notwendigen Fluggebiete diskutieren und beim entgegennehmen des Permits prüfen – lasst euch auch die Rückseite geben, denn es gibt eine.

Zusätzlicher zur gesetzlichen Krankversicherung sind wir Mitglieder im DAV bzw. Förderer der Bergrettung Vorarlberg (Super Bergekostenpaket für die ganze Familie für 24 €/12 Monate), das ist für jeden Sportler zu empfehlen. Um sonstige Kosten, die im medizinischem Zusammenhang stehen zu decken, haben wir eine Auslandskrankenversicherung für 9,80 €/Person/Jahr abgeschlossen. Dies war ein Angebot der Envivas via gesetzlicher Krankenkasse. Alles nach dem Motto: lieber haben und nicht brauchen, als brauchen und nicht haben.


8. Was ist mit WLAN?


Jupp. Man hat überall WLAN. Das bedeutet aber nicht, dass es gut funktioniert. In der Regel kann man jedoch Whatsapp-Nachrichten nach Hause verschicken und teilweise sogar Youtube-Videos schauen. Wir hatten zusätzlich dazu eine Simkarte gekauft. Hier liegt folgender Sachverhalt vor: man hat die Wahl zwischen NCell und NTC. NCell ist billig und man bekommt es in Pokhara/Kathmandu gegen eine Ausweiskopie zzgl. Passbild an jeder Straßenecke (z.B. an Kiosken/Handyshops, die ebenfalls Simkarten vertreiben). Die Netzdeckung ist jedoch > 2.500 amsl mehr sporadisch als vorhanden. NTC hingegen hat super Netz in den Bergen, jedoch kann man es als Ausländer nur mit erhöhtem Aufwand und nur in offiziellen NTC-Shops erwerben. Wir hatten eine Simkarte von NCell und mit etwas Handy gen Himmel halten, konnte ich in Ghyaru das Tilicho Base Camp anrufen. Ansonsten war der Empfang im Annapurnagebiet bescheiden. In Pokhara und weiter südlich hatte ich jedoch i. d. R. 3G-Netz.


9. Kann ich Höhenkrank werden?


Sogar Nepalis werden höhenkrank und die selbigen fürchten sich auch abnormal stark vor der Höhenkrankheit. Jeder Trekker sollte zwar eine gewisse Grundkondition mitbringen, da dies maßgeblich einen Einfluss auf die Gesamtbelastung des Kreislaufs hat. Aber das regelmäßige Betreiben von Ausdauersport ist kein Garant für einen beschwerdefreien Aufstieg. Je nach individueller Veranlagung passt der Körper seine metabolischen Prozesse besser oder schlechter an die Höhe (d.h. an den geringeren Sauerstoffpartialdruck in der Luft) an. Der sicherste Weg in die Höhe geht über eine ausreichende Zeit für die Akklimatisierung. Ab 2.500 amsl sollte man in der Regel nicht höher als + 400 Höhenmeter übernachten und vor allem langsam gehen. Je kleiner der Puls beim Aufstieg, um so besser: bistaraai, das ist kein Wettrennen. Beachtet auch, dass die erhöhte UV-Strahlung, etwaige Wind und die Kälte den Körper zusätzlich belasten – die Kombi aus allem, kann am Ende zum Verderbnis werden.

Wer ärztliche Beratung sucht, ist hier falsch. Hier gibt es Informationen aus eigenen wissenschaftlichen Recherchen (als promovierte Chemikerin) und eigens gemachten Erfahrungen (ich merke von der Höhe bis 6.000 amsl wenig, während dem Alex ab 3.000 amsl zum Speien ist). Wer keine Erfahrungen in der Höhe hat, sollte bei einer Selbstmedikation (angefangen bei Ibuprofen bis hin zu Acetazolamid) vorsichtig sein! Für leichte Beschwerden, wie leichtes Kopfweh, kann man bis zu 3 Mal täglich 200 mg Ibuprofen nehmen (wirkt bei milder Höhenkrankheit vorbeugend, kann ab 2.500 amsl eingenommen werden). Wer weiß, dass er/sie/es empfindlich auf Höhe ist, kann ab 3.000/3.500 amsl die Akklimatisierung mit Acetazolamid, bekannt als Diamox, unterstützen. Hier ein Tipp: die Dosis macht das Gift, aber kann auch der Schlüssel zum Erfolg sein. D.h. man kauft den Wirkstoff in Tablettenform (keine Kapseln – wir haben es in Nepal gekauft, 10 Stück kosten ca. 100 NRP) in der Dosierung 250 mg. Man beginnt mit 2 x täglich 125 mg (halbe Tablette, da i. d. R. keine Retard) und steigert zuerst auf 3-4 x täglich 125 mg bis zu maximal 1250 mg täglich (Herstellerangabe beachten!), und diese Dosis für nicht länger als 5 Tage. Die Hauptnebenwirkung (vor allem in den ersten 24 – 48 h) ist erhöhter Harndrang. Das ist soweit kein Problem, außer dass es den Bettnachbarn nervt, wenn man ausreichend trinkt (3 bis 4 Liter!) und sich mit Elektrolyten versorgt. Hier braucht man sich auch keine teuren Elektrolyte kaufen, sondern löst sich gemeine Sport-Brausetabletten aus der Drogerie in der Wasserflasche auf und futtert Knoblauchsuppe oder Thukpa zum Mittag (da ist Salz ohne Ende drin). Ingwertee (Ginger-Lemon-Honey, hmmmm!) ist ebenfalls ein köstliches Naturheilmittel.

Wer Bedenken hat, sollte sich vorab über Symptome der Höhenkrankheit informieren und ggf. einen Arzt aufsuchen, um sich aufklären zu lassen. U.a. gibt es in Manang ein anerkanntes Höheninstitut, wo täglich um 15 Uhr Vorträge zum Thema Höhenkrankheit gehalten werden.


10. Was sind die Must-Haves und was die Not-Necessaries?


Yesses: Edelstahltrinkflasche/Thermoskanne (es gibt überall Safedrinking-Waterstations zum Nachfüllen – Plastikflaschen der Umwelt zur Liebe vermeiden!), Mundschutz (für Kathmandu und Busfahrten), kleine Reiseapotheke, Stirnlampe, Messer, Wäscheleine, Toilettenpapier, Netzsteckeradapter, Ohrenstöpsel (teilweise hellhörige Wände!) Li-Ionen-Akku, Sonnenbrille, Kopfbedeckung mit Schirm…siehe unsere Packliste!

Maybes: Wasserfilter/Wassentkeimungstabletten (es gibt wenig zugängliche Quellen, Tee ist bereits abgekocht, Wasserhähne sollten mit Vorsicht genossen werden), Gaskocher, Trekkingstöcke (ich laufe im flachen lieber ohne), Grödel (je nach Reisezeit).

Nos: Isomatte, Zelt, zu viele Wechselklamotten (man geht, zumindest sollte, so langsam, dass man eigentlich nicht schwitzt), schicke Klamotten, Solarpanel (es gibt überall eine Möglichkeit seine Elektronik zu laden), Steigeisen, Insektenspray, Regenschirm (bitte nur mit Melone).